Nach dem Milliardenverlust soll der Autobauer mit neuen Modellen und neuer Führung aus der Krise kommen.

Daimler-Chef Dieter Zetsche will das Unternehmen wieder in die Gewinnzone bringen.
Daimler-Chef Dieter Zetsche will das Unternehmen wieder in die Gewinnzone bringen.

Daimler-Chef Dieter Zetsche will das Unternehmen wieder in die Gewinnzone bringen.

dpa

Daimler-Chef Dieter Zetsche will das Unternehmen wieder in die Gewinnzone bringen.

Stuttgart. Daimler-Chef Dieter Zetsche will die Stuttgarter in diesem Jahr wieder in die Erfolgsspur zurückbringen. Nach der harschen Kritik der vergangenen Monate hat der Manager wichtige Pflöcke eingeschlagen, auf der Strecke sind für den 56-Jährigen aber noch zahlreiche Baustellen. Die will der Konzernlenker mit einer neu zusammengestellten Führungsmannschaft in den Griff bekommen.

Rückenwind bekommt Zetsche nach katastrophalen Monaten von einem wieder anziehenden Absatz. Außerdem greifen die drastischen Sparmaßnahmen, allein im vergangenen Jahr wurden die Kosten um 5,3 Milliarden Euro gedrückt. Trotz heftiger Einschnitte und teils massiver Kritik aus den eigenen Reihen gelang es Zetsche letztlich, auch die Belegschaft und den mächtigen Gesamtbetriebsratschef Erich Klemm auf seiner Seite zu halten.

Neben Arbeitszeitverkürzung in den Büros und Kurzarbeit in den Werken hatte der Konzernlenker in den vergangenen Monaten der Krise eine teilweise Verlagerung der Produktion der meistverkauften Daimler-Baureihe C-Klasse in die USA durchgesetzt. Für das Unternehmen geht es vor allem darum, die Fahrzeuge aus Kostengründen verstärkt dort zu bauen, wo sie auch verkauft werden. In einem eigenen Werk in Ungarn sollen künftig Kompaktwagen der A- und B-Klasse vom Band rollen.

Um mit Audi und BMW mitzuhalten, setzt Daimler auf neue Kleinwagen

Um im Wettbewerb vor allem mit den bayerischen Konkurrenten Audi und BMW bestehen zu können, will Daimler künftig auch mehr auf kleine Flitzer setzen. Zwar wollen die Stuttgarter weiter "automobile Feinkost" statt Ware vom Discounter anbieten, sagte Zetsche am Donnerstag bei der Präsentation der Ziele für die nächsten Monate. Er betont jedoch, die Modellpalette dürfe sich nicht nur auf die großen Limousinen oder "Supersportler" beschränken. Daimler will von Ende 2011 an vier neue kleine Modelle auf den Markt bringen.

"Davon versprechen wir uns zusätzliche Wachstumsimpulse", sagte Zetsche. Entscheidend: Die kleinen Autos müssen auch ordentliche Gewinne abwerfen. Um Kosten zu sparen, spricht Daimler mit mehreren Konkurrenten über eine Kooperation bei Teilen bis hin zum Motor. Bis spätestens Ende Juni werde geklärt, ob, wie und mit wem sich Daimler eine Zusammenarbeit vorstellen könne. Als heißer Kandidat für eine Kooperation gilt beim City-Flitzer Smart der französische Autobauer Renault.

In die Zukunft will der wieder erstarkte Zetsche nach seiner Vertragsverlängerung bis Ende 2013 mit einer neuen Führungsmannschaft starten. Der als Zetsche-Kritiker geltende Mercedes-Vize Rainer Schmückle wird den Konzern voraussichtlich verlassen. Sein Nachfolger: Wolfgang Bernhard, ein enger Vertrauter des Konzernlenkers, der als extrem durchsetzungsfähig und als harter Sanierer bekannt ist.

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