Die Zukunft der Arbeitsplätze bei Kaiser's Tengelmann ist ungewiss. Foto: Oliver Berg
Die Zukunft der Arbeitsplätze bei Kaiser's Tengelmann ist ungewiss. Foto: Oliver Berg

Die Zukunft der Arbeitsplätze bei Kaiser's Tengelmann ist ungewiss. Foto: Oliver Berg

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Die Zukunft der Arbeitsplätze bei Kaiser's Tengelmann ist ungewiss. Foto: Oliver Berg

Mülheim/Ruhr (dpa) - Die Zerschlagungspläne für Kaiser's Tengelmann sind nach dem Krisengespräch zur Zukunft der verlustreichen Supermarktkette zunächst gestoppt worden. Das teilte Tengelmann-Eigentümer Karl-Erivan Haub gerade mit.

Am Donnerstagabend war es zu einem Krisengipfel der Chefs von Edeka, Tengelmann und Rewe gekommen.

Zwei Wochen Gnadenfrist für Kaiser's Tengelmann

Nach den harten Auseinandersetzungen der vergangenen Monate verständigten sich die Handelskonzerne unter Vermittlung der Gewerkschaft Verdi darauf, die Bemühungen um «eine für alle Beteiligten und die Beschäftigten von Kaiser's Tengelmann tragfähige, gemeinsame Lösung» zeitnah fortzusetzen.

Bei den Beschäftigten weckte das Hoffnung auf eine Rettung von Kaiser's Tengelmann in letzter Minute. Der Berliner Betriebsratsvorsitzende Volker Bohne sagte vor der mit Spannung erwarteten Tengelmann-Aufsichtsratsitzung: «Dass die Teilnehmer gesagt haben, sie treffen sich wieder, ist ein positives Zeichen. Es heißt eigentlich, dass es heute nicht zu einem endgültigen Aus kommt.»

In den vergangenen Tagen war aus mit den Vorgängen vertrauten Kreisen immer wieder signalisiert worden, auf der Aufsichtsratssitzung könnten bereits die Weichen für eine Zerschlagung des Unternehmens gestellt werden. Doch ist ungewiss, ob dies nun noch gilt.

Nach wie vor hofft der Betriebsrat auf eine Komplettübernahme des Konzerns durch Edeka, «weil es die einzige Möglichkeit ist, alle Arbeitsplätze zu erhalten».

Branchenprimus Edeka sowie Kaiser's Tengelmann hatten die Fusion vor etwa zwei Jahren beschlossen. Doch stießen die Pläne der Unternehmen bald auf Schwierigkeiten. Das Bundeskartellamt legte sein Veto ein, weil es Wettbewerbsbehinderungen und Preiserhöhungen befürchtete. Zwar hebelte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) das Zusammenschlussverbot über eine sogenannte Ministererlaubnis aus. Doch gelang es Rewe und Markant mit einer Klage vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf, die Umsetzung der Ausnahmegenehmigung vorläufig zu stoppen. Damit liegt der Deal auf Eis und droht wegen langwieriger juristischer Auseinandersetzungen zu platzen.

Haub hat wegen des langen Tauziehens um die Übernahme mit einem Aus für Kaiser's Tengelmann gedroht. Die Kette verbucht hohe Verluste, Personal geht von Bord, Vermieter verlängern Verträge nicht.

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