Die Traditionswerft und der russische Milliardär liegen wegen unerlaubter Fotos im Clinch.

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Die Mega-Yacht kurz vor ihrer Übergabe in Hamburg.

Die Mega-Yacht kurz vor ihrer Übergabe in Hamburg.

dpa

Die Mega-Yacht kurz vor ihrer Übergabe in Hamburg.

Düsseldorf. Im Zusammenhang mit dem Bau der Luxusyacht "Eclipse" droht der Hamburger Traditionswerft Blohm + Voss Ärger: Nach Informationen von NDR 90,3 wirft der russische Auftraggeber Roman Abramowitsch der Werft Vertragsbruch vor und verlangt Schadenersatz in Millionenhöhe. Die Werft wollte sich zu den Vorgängen nicht äußern.

Anlass sind Fotos aus dem Inneren der Yacht, die Ende Mai kurz vor der Auslieferung des mehr als 340 Millionen Euro teuren Schiffs trotz vereinbarter absoluter Verschwiegenheit in der Öffentlichkeit aufgetaucht waren.

Reptilienhaut-Tapeten und weiße Kalbsleder-Bezüge

Die "Bild"-Zeitung veröffentlichte die Fotos auf einer ganzen Seite. Sie zeigen unter anderem eine Luxus-Kabine und VIP-Suiten. Die Ausstattung reicht von Teakholz über Edelstahl bis hin zu mit Reptilienhaut bezogenen Wänden. Ferner wurde ein Massageraum mit einer Liege aus weißem Kalbsleder gezeigt, das bordeigene Kino und der Frisiersalon an Bord.

Es handelt sich offenbar um offizielle Werksfotos, auf die aber viele Personen Zugriff gehabt haben sollen, darunter auch Zulieferbetriebe und Vertreter des Auftraggebers. Blohm + Voss hat interne Ermittlungen eingeleitet.

Abramowitsch, der derzeit auf ein Vermögen von 11,2 Milliarden Dollar geschätzt wird, verdient als russischer Oligarch sein Geld mit Öl und Aluminium. Ihm gehört auch der englische Fußballklub FC Chelsea, der kürzlich den verletzten deutschen Spieler Michael Ballack nach dem Ausscheiden aus der Champions-League entlassen hat.

Die Jungfernfahrt ging zur Fußball-WM nach Südafrika

Mit der "Eclipse", der mit 162,50 Metern derzeit längsten Motoryacht der Welt, soll Abramowitsch als Jungfernfahrt nach Südafrika zur Fußball-Weltmeisterschaft gefahren sein. Auf den neun Decks befinden sich auch Pool und Hubschrauberlandeplätze. Ein Raketenabwehrsystem und ein kleines U-Boot können nachgerüstet werden.

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