Millionen-Vermögen von Ex-Vorstand Gribkowsky im Fokus der Justiz.

Ermittlungen
Die Staatsanwaltschaft prüft bei Gerhard Gribkowsky.

Die Staatsanwaltschaft prüft bei Gerhard Gribkowsky.

dpa

Die Staatsanwaltschaft prüft bei Gerhard Gribkowsky.

München. Die Geschichte hat alles, was zu einem Wirtschaftskrimi gehört: 50 Millionen Dollar, Karibik, eine private Stiftung, Rennwagen und viele Fragezeichen. Doch die Begeisterung über den Lesestoff, den die „Süddeutsche Zeitung“ servierte, dürfte der sturmerprobten BayernLB und ihrem Eigentümer, dem Freistaat Bayern, komplett abgehen.

Ohne Wissen der Bank wurden 50 Millionen Dollar angelegt

Diesmal geht es um das Vermögen des im Jahr 2008 gefeuerten Risikovorstands der Landesbank, Gerhard Gribkowsky (52). Der soll laut Zeitung 2007 ohne Wissen der BayernLB in Salzburg die „Sonnenschein Privatstiftung“ gegründet und in einer Tochterfirma der Stiftung rund 50 Millionen Dollar angelegt haben. Das Geld soll aus Mauritius und von den karibischen Jungfraueninseln gekommen sein. Von den 50 Millionen Dollar seien nach Steuern in Österreich knapp 25 Millionen Euro übriggeblieben, heißt es. Doch woher stammt das Geld?

Dieser Frage geht die Staatsanwaltschaft nun nach. „Wir schauen, woher das Vermögen kommt, und ob im Zusammenhang damit Straftaten geschehen sind“, sagt eine Sprecherin. Sicher ist relativ wenig. Klar scheint: Es gibt die Stiftung und das Geld. Auch klar ist, dass Gribkowsky in seiner Amtszeit unter anderem für das Geschäft mit der Formel 1 zuständig war. Ob es einen Zusammenhang mit dem Verkauf der Anteile an der Rennserie im Jahr 2006 gibt, wird von den Ermittlern angeblich geprüft. Der BayernLB war das Formel-1-Paket nach der Pleite von Medienzar Leo Kirch zugefallen. Gribkowsky fädelte den Verkauf der Anteile an den Finanzinvestor CVC ein.

Die Privatstiftung „Sonnenschein“ ist bei der Bank nicht bekannt

Gribkowsky selbst hatte sich in der vergangenen Woche an die Staatsanwaltschaft gewandt und diese über die Stiftung informiert, wie die Behörde bestätigte. Der Zeitung sagte der Ex-Vorstand zunächst, es handele sich um Familien-Vermögen. Anschließend habe er keine weiteren Auskünfte mehr gegeben, berichtet die „SZ“.

Bayerns Finanzminister Georg Fahrenschon (CSU) reicht die Staatsanwaltschaft allein nicht. „Die Bayerische Landesbank wurde umgehend aufgefordert, eigene Ermittlungen anzustellen“, ließ das Ministerium wissen. Die Bank war von der Geschichte überrascht worden: Diese „war hier bislang nicht bekannt“. Entsprechend zugeknöpft gab sich die BayernLB. Man werde die Berichte prüfen. Ein Ergebnis gibt es: Die „Sonnenschein Privatstiftung“ ist im Hause unbekannt.

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