Ökonomen der Commerzbank rechnen für das Jahr 2009 mit einem Minus von bis zu sieben Prozent.

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Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Klaus Zimmermann, betonte, dass Prognosen auch "brandgefährlich" sein könnten.

Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Klaus Zimmermann, betonte, dass Prognosen auch "brandgefährlich" sein könnten.

dpa

Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Klaus Zimmermann, betonte, dass Prognosen auch "brandgefährlich" sein könnten.

Frankfurt. Mit einer verheerenden Prognose hat die Commerzbank Deutschland geschockt. Wegen des scharfen Rückgangs der Auftragseingänge in Deutschland sagen die Ökonomen des Geldinstituts den mit Abstand tiefsten Wirtschaftseinbruch in der Geschichte der Bundesrepublik voraus.

"Wir erwarten jetzt, dass die Wirtschaft in diesem Jahr nicht mehr nur um drei bis vier Prozent, sondern um sechs bis sieben Prozent schrumpfen wird", schreibt Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer in einer am Montag veröffentlichten Studie. Der Rezession werde nach ihrem Ende zudem allenfalls eine blutleere Aufwärtsbewegung folgen.

Das RWI erwartet eine Explosion der Arbeitslosigkeit

Für Ende 2009 rechnet die Commerzbank mit knapp über vier Millionen Arbeitslosen, Ende 2010 werde die Zahl auf 4,75 Millionen steigen. Auch das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) in Essen sagt eine Rekord-Rezession voraus. Für das laufende Jahr werde bei der wirtschaftlichen Entwicklung mit einem Minus von 4,3 Prozent gerechnet, sagte der RWI- Konjunkturexperte Roland Döhrn gestern in Essen.

Auf dem Arbeitsmarkt rechnen die Essener Forscher in diesem Jahr mit dem Verlust von 1,2 Millionen Arbeitsplätzen vor allem in stark vom Export abhängigen Branchen wie der Investitionsgüterindustrie. Erwartet wird ein Anstieg der Arbeitslosenquote auf durchschnittlich 8,6 Prozent im laufenden Jahr und 10,7 Prozent im Jahr 2010. Im vergangenen Jahr hatte die Quote bei 7,5 Prozent gelegen.

Wirtschaftspolitiker von Koalition und Opposition warnten derweil vor einem Wettbewerb der pessimistischen Prognosen. Ein "verbaler Wettbewerb um die neueste Horrormeldung" bringe niemandem etwas, sagte der stellvertretende FDP-Chef Rainer Brüderle.

Metall & Elektro Deutschlands größter Industriezweig, die Metall- und Elektro-Branche, erhielt im Januar 40 Prozent weniger Aufträge als im Vorjahresmonat - Produkte von Auto- oder Maschinenverkaufen sich nicht mehr.

Luftfracht Die als Frühindikator der Weltwirtschaft geltende Luftfracht schrumpft: Weltweit lag das Minus im Dezember bei 20 Prozent - dem "Exportweltmeister" brechen die Exporte weg.

Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Klaus Zimmermann, betonte, dass Prognosen auch "brandgefährlich" sein könnten. Der "Prognoseabwärtswettlauf" der Forschungsinstitute, Bankanalysten und internationalen Organisationen habe die Wirtschaftskrise noch verschärft.

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