Neckermann-Versand
Rund 2000 Neckermann-Beschäftigte verlieren ihre Jobs. Foto: Frank Rumpenhorst/Archiv

Rund 2000 Neckermann-Beschäftigte verlieren ihre Jobs. Foto: Frank Rumpenhorst/Archiv

dpa

Rund 2000 Neckermann-Beschäftigte verlieren ihre Jobs. Foto: Frank Rumpenhorst/Archiv

Frankfurt/Main (dpa) - Der Insolvenzverwalter von Neckermann macht Gläubigern des Versandhändlers wenig Hoffnung. Im ersten Halbjahr habe Neckermann jeden Monat rund 20 Millionen Euro Verlust verbucht.

«Die Betriebskosten haben jeden Gewinn aufgesogen», sagte Michael Frege von der Kanzlei CMS Hasche Sigle dem Magazin «Wirtschaftswoche». «Wir hätten nicht einmal mehr den nächsten Monatslohn für die Mitarbeiter überweisen können.» Der insolvente Versandhändler wird ab diesem Montag (1.10.) abgewickelt. Rund 2000 Beschäftigte am Stammsitz Frankfurt und in einer Niederlassung in Sachsen-Anhalt verlieren ihre Jobs.

Laut dem Bericht will Frege im Oktober ein isoliertes Bieterverfahren für Kundendaten, Web-Adressen und Markenrechte des Konzerns starten. «Die Chancen stehen nicht schlecht, dass der Name Neckermann überlebt», zitierte ihn die Zeitschrift. Bei den Berufsperspektiven der Angestellten zeigte Frege sich zuversichtlich: «Wir gehen davon aus, dass zwischen 200 und 300 Mitarbeiter sofort bei einem neuen Arbeitgeber starten werden.»

Schwere Vorwürfe erhob er gegen den früheren Eigentümer des Konzerns, den US-Finanzinvestor Sun Capital. «Bei Neckermann haben wir keine Substanz vorgefunden», sagte der Insolvenzverwalter dem Magazin. Selbst die Konten habe Sun Capital sperren lassen und damit «die Ausgangslage erheblich erschwert». Mögliche Investoren hätten ein «schonungsloses Urteil» gefällt. Sie hätten nicht nur den massiven Investitionsstau kritisiert, sondern seien vor möglichen Kündigungsschutzklagen der Mitarbeiter zurückgeschreckt.

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