Weihnachtsgeschäft im Norden
Verbraucher beim Weihnachts-Shopping. Archivbild.

Verbraucher beim Weihnachts-Shopping. Archivbild.

Daniel Bockwoldt

Verbraucher beim Weihnachts-Shopping. Archivbild.

Berlin. In vier Wochen ist Weihnachten, und das Fest wird die Kassen des Einzelhandels offenbar klingeln lassen wie noch nie. Jedenfalls geht die Branche zuversichtlicher als im vergangenen Jahr ins Weihnachtsgeschäft. Das belegt die jüngste Konjunkturumfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), die unserer Redaktion vorliegt. Zugleich warnen die Verbandsexperten vor gefährlichen und unsicheren Waren im Onlinehandel.

Demnach rechnen 87 Prozent der Einzelhandelsunternehmen angesichts der guten wirtschaftlichen Lage mit besseren oder gleichbleibenden Geschäften. 2016 waren es 84 Prozent. DIHK-Handelsexpertin Ulrike Regele sagte unserer Redaktion, die Branche sei deutlich optimistischer gestimmt. „Die aktuelle DIHK-Konjunkturumfrage zeigt, der Einzelhandel geht mit Rückenwind ins Weihnachtsgeschäft“, so Regele. Die Erhebung der Kammer deckt sich mit den Erkenntnissen des Handelsverbandes HDE. Dort prognostiziert man im Vergleich zum Vorjahr eine weihnachtliche Umsatzsteigerung von drei Prozent auf 94,5 Milliarden Euro.

Weihnachtsgeschenke: Geschenkgutscheine besonders gefragt

Fast jeder vierte Verbraucher wolle mehr Geld als im Vorjahr für Weihnachtsgeschenke ausgeben, so das Ergebnis einer Verbandsumfrage. Besonders gefragt sind Geschenkgutscheine und Produkte aus den Bereichen Kosmetik und Körperpflege sowie Bücher und Schreibwaren.

Laut DIHK-Expertin Regele gibt es im diesjährigen Weihnachtgeschäft allerdings einen Wermutstropfen - und zwar im Online-Handel. So bestellen Verbraucher immer öfter per Mausklick unsichere und in der EU nicht zugelassene Waren bei sogenannten „Drittstaatenhändlern“ vorwiegend im asiatischen Raum. „Viele der eingeführten Produkte entsprechen nicht den europäischen Sicherheitsanforderungen“, warnte Regele. Das zeigen auch Zahlen der Bundesnetzagentur: 2016 wurden über 10.000 verdächtige Sendungen von den Zollbehörden gemeldet, eine Verdopplung seit 2013. Davon erhielten 88 Prozent anschließend keine Freigabe für den europäischen Markt.

Allerdings ist das nur die Spitze des Eisbergs: Viele Warenlieferungen bekommt die Marktüberwachung überhaupt nicht zu Gesicht. Einer Umfrage zufolge kaufen zwar immer noch rund zwei Drittel der Deutschen online bei heimischen Shops, aber 2015 bestellten schon rund 31 Prozent der Verbraucher grenzüberschreitend, vor allem in China, den USA und Großbritannien. Ganz oben beim Online-Einkauf in diesen Ländern stehen Spielzeug, das oftmals auch eine deutlich höhere Schadstoffbelastung aufweist, Elektrogeräte, Autozubehörteile oder Werkzeuge. Ein Grund ist der meist niedrigere Preis.

Fachleute wie die des Bundesamts für Arbeitsschutz raten dazu, Online-Händler sorgsam auszusuchen. Auch sollten Verbraucher überprüfen, ob angebotene Produkte bereits bei den Marktüberwachungsbehörden als unsicher, gefährlich oder gefälscht gemeldet sind. Überdies sollte auf die Geschäftsbedingungen, auf Lieferzeiten und Lieferkosten geachtet werden.

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