Eon und RWE
Der Innogy-Deal sieht vor, dass der Versorger Eon zunächst den RWE-Anteil von rund 77 Prozent an Innogy komplett übernimmt und im Gegenzug RWE mit 16,7 Prozent am eigenen Unternehmen beteiligt.

Der Innogy-Deal sieht vor, dass der Versorger Eon zunächst den RWE-Anteil von rund 77 Prozent an Innogy komplett übernimmt und im Gegenzug RWE mit 16,7 Prozent am eigenen Unternehmen beteiligt.

dpa

Der Innogy-Deal sieht vor, dass der Versorger Eon zunächst den RWE-Anteil von rund 77 Prozent an Innogy komplett übernimmt und im Gegenzug RWE mit 16,7 Prozent am eigenen Unternehmen beteiligt.

New York. Angesichts der geplanten Zerschlagung des Energiekonzerns Innogy droht dem daran beteiligten Branchenriesen RWE ein Absinken der Kreditwürdigkeit in den «Ramsch»-Bereich. Man prüfe eine Senkung des Ratings, teilte Moody's, eine der weltweit führenden Ratingagenturen, am Mittwochabend mit. Derzeit liegt das Rating bei «Baa3» - RWE gilt damit noch gerade so als für die sichere Geldanlage geeignet.

Die komplexe Innogy-Zerschlagung werde - sofern sie tatsächlich abgeschlossen wird - eine maßgebliche Veränderung des wirtschaftlichen und finanziellen Risikoprofils des Unternehmens bedeuten, hieß es zur Begründung. Eine Abstufung drohe, sofern sich abzeichnen werde, dass RWE seine Schulden über die Zeit hinweg nicht verringern könne.

Der Innogy-Deal sieht vor, dass der Versorger Eon zunächst den RWE-Anteil von rund 77 Prozent an Innogy komplett übernimmt und im Gegenzug RWE mit 16,7 Prozent am eigenen Unternehmen beteiligt. Anschließend sollen die Unternehmensaktivitäten so getauscht werden, dass Eon das komplette Netz- und Vertriebsgeschäft von Innogy erhält. Die erneuerbaren Energien sollen unter dem Dach von RWE vereint werden.

Die Kreditwürdigkeit von RWE würde nach Angaben von Moody's unter der im Zuge des Deals geplanten Zahlung von 1,5 Milliarden Euro an Eon sowie unter den hohen Investitionen in erneuerbare Energien leiden, hauptsächlich im Bereich Windenergie. Erschwerend komme der wachsende Wettbewerb bei Erneuerbaren hinzu. Außerdem gebe es Risiken bei der Durchführung des Deals, etwa bezüglich rechtzeitiger kartellrechtlicher sowie regulatorischer Genehmigungen. Positiv wirke sich auf der anderen Seite die neu gewonnene Größe sowie die zunehmende Diversifizierung des Geschäfts aus. Im Frankfurter Handel gaben die RWE-Aktien um knapp 1 Prozent nach.

Die Ratingagentur Fitch gab unterdessen am Mittwoch bekannt, dass sie eine mögliche Abstufung von Eon prüfen werde. Hier droht aber noch kein Absinken in den «Ramsch»-Bereich. Die Bonitätswächter von Standard & Poor's hatten am Dienstag die Kreditwürdigkeit von Eon unverändert im Bereich der sicheren Geldanlage bestätigt. dpa

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