Wer sein Geld einfach, langfristig und trotz niedriger Zinsen rentabel anlegen möchte, kommt an den Indexfonds ETF kaum vorbei.

Aktien, Immobilien, Gold oder Sparbücher? Finanzexperten von Stiftung Warentest empfehlen dem langfristig orientierten Anleger Indexfonds (ETF) mit breiter Streuung.
Aktien, Immobilien, Gold oder Sparbücher? Finanzexperten von Stiftung Warentest empfehlen dem langfristig orientierten Anleger Indexfonds (ETF) mit breiter Streuung.

Aktien, Immobilien, Gold oder Sparbücher? Finanzexperten von Stiftung Warentest empfehlen dem langfristig orientierten Anleger Indexfonds (ETF) mit breiter Streuung.

Aktien, Immobilien, Gold oder Sparbücher? Finanzexperten von Stiftung Warentest empfehlen dem langfristig orientierten Anleger Indexfonds (ETF) mit breiter Streuung.

Aktien, Immobilien, Gold oder Sparbücher? Finanzexperten von Stiftung Warentest empfehlen dem langfristig orientierten Anleger Indexfonds (ETF) mit breiter Streuung.

Aktien, Immobilien, Gold oder Sparbücher? Finanzexperten von Stiftung Warentest empfehlen dem langfristig orientierten Anleger Indexfonds (ETF) mit breiter Streuung.

dpa, Bild 1 von 4

Aktien, Immobilien, Gold oder Sparbücher? Finanzexperten von Stiftung Warentest empfehlen dem langfristig orientierten Anleger Indexfonds (ETF) mit breiter Streuung.

Düsseldorf. Clemens Fuest bringt es auf den Punkt. „2017 wird ein schlimmes Jahr für Sparer“, sagt der Chef des Münchner Ifo-Instituts. Schuld daran sei die steigende Inflation, die in Deutschland auf 1,5 Prozent zulegen werde, während die Zinsen weit darunter blieben. Andere Wirtschaftsforscher teilen diese Einschätzung.

Deutschlands Sparer zeigen sich zunehmend frustriert und ratlos. Nach einer repräsentativen Forsa-Umfrage wissen 77 Prozent von ihnen im Moment nicht, wo und wie sie ihr Geld sinnvoll anlegen können. Da die Bereitschaft zum Risiko unverändert gering ist, bleibt der Ertrag mickrig. Beim Tagesgeldkonto sind kaum mehr als 0,7 Prozent zu holen, beim einjährigen Festgeld 1,0 Prozent. Sparbuch-Zinsen liegen noch weit niedriger.

Dass es Alternativen gibt, zeigen die Finanzexperten von Stiftung Warentest. In einem Sonderheft beschäftigen sie sich mit börsengehandelten Indexfonds (ETF) und zeigen Perspektiven auf, die auch ungeübte Anleger für sich nutzen können (siehe Info-Kasten).

Wer ETF kauft, muss keinen Aufschlag zahlen

ETF beziehen sich auf einen Börsenindex wie den Dax. Als Investmentfonds unterliegen sie strengen gesetzlichen Auflagen und sind daher sicherer als viele andere Finanzprodukte. Sie bieten aber keinen Schutz vor Börsenschwankungen. ETF sind deshalb nur dann empfehlenswert, wenn das Geld fünf Jahre oder länger angelegt werden soll. Bei weniger als fünf Jahren sind Tages- und Festgeldkonten die eindeutig bessere Wahl.

Da ETF nicht aktiv gemanagt werden, sondern einen Index nur nachbilden, sind die jährlichen Kosten mit 0,2 bis 0,5 Prozent der Anlagesumme relativ gering. Üblich sind bei Fonds im Schnitt 1,5 bis zwei Prozent. Hinzu kommt, dass ETF ohne Ausgabeaufschlag verkauft werden. Bei Aktienfonds sind fünf Prozent Einstiegsgebühr Standard.

Mehr als ein Prozent pro Jahr verlieren viele Anleger durch ein teures Wertpapierdepot. Der Wechsel zu einer preiswerten Depotbank kann also viel Geld sparen. Zu Buche schlagen die Verwahr- und die Handelskosten.

Am günstigsten können Anleger ETF über den Discountbroker Flatex und die Onvista Bank handeln. Für jeden Kauf und Verkauf über die Börse verlangen beide pauschal nur fünf Euro. Das ist gerade bei hohen Summen konkurrenzlos preiswert. Die meisen Filialbanken berechnen für den Kauf eines ETF rund ein Prozent des Anlagebetrags. Dafür gibt es allerdings auch eine Beratungsleistung.

Um den Depotwechsel kümmert sich die neue Bank. Sie müssen dort nur einen Antrag ausfüllen. Beim Wechsel zu einer Direktbank kommt das Postident-Verfahren hinzu: Sie gehen in eine Postfiliale, legen Personalausweis oder Reisepass vor und bestätigen so gegenüber der neuen Bank Ihre Identität.

Wenn Sie bei Börsengeschäften Verluste erlitten haben, können Sie diese mit künftigen Gewinnen verrechnen lassen. Damit sparen Sie Abgeltungsteuer. Auch ausländische Quellensteuer können Sie sich anrechnen lassen. Dazu benötigen Sie einen Verlustübertrag von Ihrer alten Bank.

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ETF beziehen sich aber nicht zwingend auf Aktien. Es gibt diese Fonds auch auf der Basis von Staatsanleihen. Diese Rentenfonds unterliegen bei Weitem nicht so hohen Ausschlägen wie Aktienfonds. Das Geld ist also sicherer angelegt, dafür sind die Chancen auf eine hohe Rendite geringer.

Mit der Mischung beider ETF-Varianten lassen sich Pantoffel-Portfolios bauen. Sie sind preiswert und pflegeleicht. Das Konzept eignet sich sowohl für die einmalige Anlage größerer Summen als auch für Sparpläne mit monatlicher Einzahlung. Die Portfolios gibt es mit defensiver, ausgewogener und offensiver Ausrichtung (25, 50 oder 75 Prozent Aktienanteil).

Bei Aktien raten die Fachleute von Stiftung Warentest dazu, einen ETF zu wählen, der sich am Index MSCI World orientiert. In ihm sind 1641 Aktien aus 23 Ländern enthalten. Mit einem Anteil von knapp 60 Prozent sind US-Firmen im MSCI World sehr stark vertreten. Wer den Europa-Anteil erhöhen möchte, sollte ETF auf den Stoxx 600 Europe hinzunehmen. Dieser Index enthält Aktien aus 18 europäischen Ländern.

Bei den Renten-ETF setzen die Experten auf Staatsanleihen aus Euroland. Wer gegenüber anderen Eurostaaten skeptisch eingestellt ist, kann auch einen ETF auf einen Index mit ausschließlich deutschen Staatsanleihen kaufen.

Der Ertrag der Pantoffel-Portfolios ist beachtlich. In den vergangenen fünf Jahren lag die Rendite des defensiven Depots mit 25 Prozent Aktien-ETF nach Abzug der Kosten bei 8,7 Prozent – pro Jahr. Mit der ausgewogenen Mischung konnten die Anleger 11,2 Prozent pro Jahr erzielen. Der riskante Mix mit 75 Prozent Aktienanteil brachte 13 Prozent pro Jahr. Eine Garantie, dass es in den nächsten fünf Jahren ähnlich gut läuft, gibt es nicht. Aber wer langfristig anlegt, hat mit ETF sicher gute Chancen.

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