Banken in London
Großbritannien kämpft spätestens seit der Bankenkrise 2008 mit einer erheblichen Konjunkturproblematik. Foto: Andy Rain

Großbritannien kämpft spätestens seit der Bankenkrise 2008 mit einer erheblichen Konjunkturproblematik. Foto: Andy Rain

dpa

Großbritannien kämpft spätestens seit der Bankenkrise 2008 mit einer erheblichen Konjunkturproblematik. Foto: Andy Rain

London (dpa) - Nach mehreren Ländern der Eurozone hat nun auch das Nicht-Euro-Land Großbritannien einen deutlichen Warnschuss von den Ratingagenturen erhalten.

Wegen der schwachen Wachstumsprognose und der hohen Staatsverschuldung sei es möglich, dass Großbritannien seine Bestonote «Triple A» nicht halten könne, zitierte die «Financial Times» am Mittwoch aus dem Jahresbericht der Ratingagentur Moody's zu Großbritannien.

Großbritannien kämpft spätestens seit der Bankenkrise 2008 mit einer erheblichen Konjunkturproblematik. Das Haushaltsdefizit stieg zeitweise auf über zehn Prozent und wird im nächsten Jahr bei nach wie vor hohen 8,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes erwartet. Die Inflation lag in diesem Jahr bei zeitweise mehr als fünf Prozent. Die Gesamtverschuldung wird im nächsten Jahr bei 81 Prozent der Wirtschaftsleistung erwartet.

Die Geldpolitik in Großbritannien, dessen Regierung gute Beziehungen zu den Ratingagenturen nachgesagt werden, wird von der Bank of England gesteuert. Die Eigenständigkeit der britischen Geldpolitik und damit die relative Unabhängigkeit von Entwicklungen im Euroraum war von den Finanzmärkten stets honoriert worden. Die Zinsen für britische Staatsanleihen liegen deshalb nur wenig über denen Deutschlands.

Der Ausblick für Großbritannien wurde von Moody's nicht auf negativ reduziert. Eine Herabstufung könnte aber die Folge sein, wenn sich die konjunkturellen Vorzeichen nicht deutlich ändern und die Sparanstrengungen der Regierung nachlassen sollten, berichtete die Zeitung unter Berufung auf den Jahresbericht.

Der britische Wirtschaftsminister Vince Cable machte unterdessen in einem Beitrag für den «Guardian» mit harschen Worten deutlich, dass die Wirtschaft des Landes umgebaut werden und die einseitige Ausrichtung auf Finanzdienstleistungen beendet werden müsse. Ähnlich hatte sich zuvor bereits Premierminister David Cameron geäußert.

Wenn die Londoner City als «Quelle systemischer Instabilität, unersättlicher Gier und Steuerhinterziehung im großen Stil dargestellt werde, dann sei dies nicht unzutreffend. Eine kleine Zahl von Schurken-Instituten und die Unterschicht der Finanzwelt sei dafür verantwortlich. Es müsse jetzt Wachstum generiert werden, in dem die Wirtschaft Großbritanniens neu ausbalanciert werde.

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