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Ein Helfer poliert am Donnerstag zu Beginn der Volkswagen-Hauptversammlung in Hamburg die Kühlerhaube eines VW-Passat. Im ersten Quartal schrieb der VW-Konzern nur durch den Verkauf des brasilianischen Lkw-Geschäfts noch schwarze Zahlen. Der weltweite Absatz sank um fast 16 Prozent.

Ein Helfer poliert am Donnerstag zu Beginn der Volkswagen-Hauptversammlung in Hamburg die Kühlerhaube eines VW-Passat. Im ersten Quartal schrieb der VW-Konzern nur durch den Verkauf des brasilianischen Lkw-Geschäfts noch schwarze Zahlen. Der weltweite Absatz sank um fast 16 Prozent.

dpa

Ein Helfer poliert am Donnerstag zu Beginn der Volkswagen-Hauptversammlung in Hamburg die Kühlerhaube eines VW-Passat. Im ersten Quartal schrieb der VW-Konzern nur durch den Verkauf des brasilianischen Lkw-Geschäfts noch schwarze Zahlen. Der weltweite Absatz sank um fast 16 Prozent.

Hamburg (dpa) - Inmitten neuer Spekulationen um die Zukunft der Allianz von Volkswagen und Porsche hat sich die VW-Spitze klar zu dem Bündnis bekannt und will die Partnerschaft vorantreiben. Auf der Volkswagen-Hauptversammlung am Donnerstag in Hamburg sagte VW-Chef Martin Winterkorn: "Gemeinsam haben wir das Zeug, das Kraftzentrum der internationalen Automobilindustrie zu bilden." Die Kooperation folge einer klaren wirtschaftlichen Logik. "Ich bin mir sicher, dass wir unsere Partnerschaft im laufenden schwierigen Autojahr 2009 weiter vorantreiben können und werden."

Winterkorn ging in seiner Rede vor den Aktionären jedoch nicht auf einen Bericht der "Financial Times Deutschland" ein, wonach VW in der Allianz mit Porsche jetzt die Vorherrschaft anstrebe. Nachdem Porsche wegen der steigenden Zinsen zunehmend Probleme bei der Finanzierung der Übernahme habe, erwäge Volkswagen jetzt, Porsche zu kaufen, schreibt das Blatt. Ein Porsche-Sprecher wies die Darstellung zurück. Von Volkswagen gab es keine Stellungnahme zu dem Thema - auch kein Dementi.

Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch antwortete ausweichend auf die Frage eines Aktionärs, ob VW die Absicht habe, sich bei Porsche zu beteiligen. Er sagte, das Management beschäftige sich regelmäßig mit Möglichkeiten, den Konzern weiterzuentwickeln. Beschlüsse des Vorstands gebe es dazu aber nicht.

Porsche hatte Anfang des Jahres die Mehrheit von knapp über 50 Prozent von Volkswagen übernommen und will diesen Anteil auf 75 Prozent steigern. Der Zeitplan dürfte sich aber verzögern, nachdem die EU-Kommission durchblicken ließ, dass mit einer Entscheidung über eine neue Klage gegen das VW-Gesetz vor der Bundestagswahl Ende September wohl nicht mehr zu rechnen. Das Gesetz schränkt den Hauptaktionär vor allem deshalb ein, weil es eine 20-prozentige Sperrminorität vorsieht und damit dem Land Niedersachsen als zweitgrößtem Aktionär ein Vetorecht bei wichtigen Entscheidungene einräumt.

Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück wandte sich in einer Erklärung gegen die Gerüchte, wonach die Porsche AG an VW verkauft werde und sich der Sportwagenbauer in finanziellen Schwierigkeiten befinde. "Ich bin verärgert, dass bestimmte Personen in den Medien Themen streuen, ohne dass diese im Porsche-Aufsichtsrat diskutiert oder gar beschlossen wurden", sagte Hück. Porsche erwirtschafte Gewinne, sagte der stellvertretende Aufsichtsratschef der Porsche Holding SE.

Winterkorn betonte in seiner Rede vor den Aktionären, gerade in der aktuellen Krise müsse VW noch wettbewerbsfähiger werden. Für 2009 sei mit steigenden Herausforderungen zu rechnen wegen der Finanzkrise. "2009 wird ein extremes, ein hartes Jahr auch für uns", sagte der VW-Chef. Dabei könne VW aber auf eine Reihe von Instrumenten zurückgreifen, um die Produktion flexibel anzupassen. Das zahle sich jetzt aus. Wichtigstes Ziel sei es, die Stammbelegschaft an Bord zu halten, unterstrich der VW-Chef. Dabei sei viel Flexibilität von allen Seiten gefordert.

In der Krise dürfe aber auch nicht vergessen werden, sich weiterhin um die besten Köpfe zu bemühen, sagte Winterkorn. Deshalb werde VW an bisherigen Planungen festhalten und in diesem Jahr über 2800 Auszubildende und 2100 Hochschulabsolventen neu einstellen. Klar
sei aber auch: "Die aktuelle Lage erfordert harte einschneidende Entscheidungen." Dazu gehöre, dass die Verträge für viele Leiharbeiter nicht verlängert werden könnten. Das sei "schmerzhaft", aber das Instrument Leiharbeit sei ein wichtiger Baustein zur Anpassung der Produktion.

Der Absatz des VW-Konzerns war in den ersten drei Monaten um fast 16 Prozent gesunken. Nur durch den Verkauf des brasilianischen Lkw- Geschäfts konnte das Unternehmen rote Zahlen vermeiden. Umsatz undErgebnis gingen in der dramatischen weltweiten Branchenkrise im Vergleich zum Vergleichszeitraum kräftig zurück. Unterm Strich standaber noch ein Gewinn von 243 Millionen Euro. Der Konzerngewinn brach damit um fast 74 Prozent ein. 2008 hatte VW nach Rekordzahlen bei Ergebnis, Umsatz und Absatz unterm Strich noch rund 4,7 Milliarden Euro Gewinn verbucht.

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