Brauerei setzt nicht mehr allein aufs Bier. 2010 war „erfolgreiches Jahr“ für das Familienunternehmen.

Bilanz
Veltins-Generalbevollmächtigter Michael Huber will die Preise vorerst nicht erhöhen.

Veltins-Generalbevollmächtigter Michael Huber will die Preise vorerst nicht erhöhen.

dpa

Veltins-Generalbevollmächtigter Michael Huber will die Preise vorerst nicht erhöhen.

Düsseldorf. Der Bierdurst sinkt, der Absatz ebenso: Der deutsche Biermarkt ist seit Jahren keine Quelle der Freude mehr. 107,90 Liter Bier hat jeder Deutsche 2010 durchschnittlich getrunken – 2003 waren es noch 117,8 Liter.

Veltins hat sich im vergangenen Jahr gegen diesen Trend gestemmt: Mit einem Ausstoß-Plus von 4,8 Prozent auf 2,58 Millionen Hektoliter setzte sich das Familienunternehmen an die Spitze der wachstumsstärksten Premium-Brauereien. „Wir halten nichts vom Lamentieren über Preiskrieg und Wetterkapriolen, sondern nutzen unseren Gestaltungsspielraum“, sagte Veltins-Generalbevollmächtigter Michael Huber bei der Bilanzvorlage in Düsseldorf.

Veltins erobert Platz fünf in der Hitliste der Biermarken

Die neuen Bierkästen im Porsche-Design, innovative Biermixgetränke, etwa die neue Sorte Grapefruit, und nicht zuletzt die Fußball-WM haben laut Marketing-Chef Volker Kuhl zum Erfolg beigetragen. Auch mit den Erträgen sei man „sehr zufrieden“. Veltins habe zudem 2010 in der Hitliste der deutschen Biermarken Platz fünf hinter Oettinger, Krombacher, Bitburger und Warsteiner erobert.

Für das laufende Jahr zeigte sich Huber weniger optimistisch. Der Markt werde weiter schrumpfen, die Rohstoffpreise voraussichtlich stark anziehen. Vor diesem Hintergrund sei das Erreichen der sehr guten Zahlen von 2010 schon ein Erfolg.

Dabei will sich die Brauerei nicht mehr allein aufs Bier verlassen: Am 1. Februar bringt Veltins „Bayão“ auf den Markt, einen Mix aus 53 Prozent Fruchtwein und einem Softdrink mit Caipirinha-Geschmack. Das Getränk mit einem Alkoholgehalt von 5,4 Prozent hat Veltins selbst entwickelt und soll vor allem die 20- bis 40-Jährigen ansprechen. „Wir müssen für jede Altersklasse das richtige Getränke anbieten“, zeigte sich Huber überzeugt.

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