Im Eon-Tarifkonflikt haben nun die Gewerkschaftsmitglieder das Wort. Foto: Christian Charisius/Archiv
Im Eon-Tarifkonflikt haben nun die Gewerkschaftsmitglieder das Wort. Foto: Christian Charisius/Archiv

Im Eon-Tarifkonflikt haben nun die Gewerkschaftsmitglieder das Wort. Foto: Christian Charisius/Archiv

dpa

Im Eon-Tarifkonflikt haben nun die Gewerkschaftsmitglieder das Wort. Foto: Christian Charisius/Archiv

Düsseldorf (dpa) - Im Tarifkonflikt beim Energiekonzern Eon hat am Montag die Urabstimmung über einen unbefristeten Streik begonnen.

Die Gewerkschaften Verdi und IG BCE fordern rund 6,5 Prozent mehr Geld für die rund 30 000 Beschäftigten und haben die Verhandlungen nach drei ergebnislosen Runden für gescheitert erklärt. Das Unternehmen hatte bisher 1,7 Prozent geboten. Die Urabstimmung läuft bis Freitag früh. Für einen Streik ist eine Zustimmung von mindestens 75 Prozent der Mitglieder nötig.

1,7 Prozent liege unter der Inflation, bedeute also reale Einkommensverluste, erklärte Verdi-Verhandlungsführer Volker Stüber zum Auftakt der Urabstimmung. Damit «steuert der Konzern geradewegs auf eine Auseinandersetzung zu, die es in dieser Schärfe in der privaten Energiewirtschaft noch nicht gegeben hat».

Ende vergangener Woche hatte die Eon-Geschäftsleitung neue Gesprächsbereitschaft signalisiert. Eon sei bereit, sich «sehr deutlich zu bewegen», falls es zu neuen Verhandlungen komme, sagte ein Firmensprecher am Montag. Darauf seien die Gewerkschaften aber nicht eingegangen.

Kommt es zu einem Streik, der auch Kraftwerke betrifft, würden die Gewerkschaften die Unternehmensleitung rechtzeitig informieren, hatten Sprecher vorab angekündigt. Versorgungsprobleme drohen also nicht, das Unternehmen muss aber mit Zusatzkosten Strom auf den Märkten beschaffen. Kosten ließen sich dafür noch nicht abschätzen. Das hänge vom Umfang der Streikpläne ab, sagte ein Eon-Sprecher.

Eon hatte 2011 erstmals in der Firmengeschichte Milliardenverluste erwirtschaftet. Für 2012 rechnet das Unternehmen wieder mit Gewinnen, die Marge steht aber weiter durch den niedrigen Börsenpreis des Stroms, die Abschaltung der Atomkraftwerke und die Energiewende unter Druck.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer