Josef Ackermann
Nach einem Bericht der «Bild»-Zeitung - ohne Angaben von Quellen - zählt auch Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann zu möglichen deutschen Kandidaten für den Posten des IWF-Chefs.

Nach einem Bericht der «Bild»-Zeitung - ohne Angaben von Quellen - zählt auch Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann zu möglichen deutschen Kandidaten für den Posten des IWF-Chefs.

dpa

Nach einem Bericht der «Bild»-Zeitung - ohne Angaben von Quellen - zählt auch Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann zu möglichen deutschen Kandidaten für den Posten des IWF-Chefs.

Berlin/Washington (dpa) - Union und FDP haben eine rasche Entscheidung über die Nachfolge von IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn angemahnt. Politiker der Koalitionsfraktionen sprachen sich wie Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) für einen Europäer auf dem Chefsessel des Internationalen Währungsfonds (IWF) aus.

Hintergrund ist die anhaltende Schuldenkrise im Euro-Raum. Strauss-Kahn war am Samstag in New York festgenommen worden. Ihm wird versuchte Vergewaltigung vorgeworfen. Obwohl das Verfahren erst am Anfang steht, hat bereits eine Debatte über die Nachfolge von Strauss-Kahn begonnen. Der IWF betont, der Fonds sei derzeit voll arbeitsfähig.

Bisher besetzen die Europäer den IWF-Chefposten mit Sitz in Washington. Im Gegenzug steht bislang stets ein Amerikaner an der Spitze der Weltbank. Inzwischen haben aber aufstrebende Volkswirtschaften wie China, Indien und Brasilien mehr Einfluss beim IWF und wollen künftig auch Führungspositionen besetzen.

Als aussichtsreichste Kandidatin gilt die französische Finanzministerin Christine Lagarde. Im Gespräch sind auch Ex-Minister Peer Steinbrück sowie der britische Ex-Premierminister Gordon Brown. Der Chef der polnischen Nationalbank, Marek Belka, hat Gerüchte über eine mögliche Kandidatur dementiert.

Nach einem Bericht der «Bild»-Zeitung - ohne Angaben von Quellen - zählt auch Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann zu möglichen deutschen Kandidaten sowie der Chef der in London ansässigen Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung, Thomas Mirow.

FDP-Fraktionsvize Volker Wissing warnte vor einer Hängepartie beim IWF. «Wir brauchen klare Verhältnisse», sagte er «Handelsblatt online». Eile sei geboten, da der IWF in der Schuldenkrise einiger europäischer Staaten voll entscheidungsfähig sein müsse.

Ähnlich äußerte sich Unions-Fraktionsvize Michael Meister (CDU). Die Erfahrungen des IWF seien sehr wertvoll: «Deshalb ist eine Führung des IWF mit besonderer Kenntnis dieser Lage hilfreich.»

Der brasilianische Finanzminister Guido Mantega sprach sich dafür aus, dass Kandidaten aus Entwicklungs- und Schwellenländern diesmal durchaus in Betracht kommen müssten. Zu den kursierenden Namen aus aufstrebenden Schwellenländern gehören der türkische Ex-Minister Kemal Dervis, Südafrikas Ex-Finanzminister Trevor Manuel sowie der mexikanische Zentralbank-Governeur Agustín Carstens.

Indische Medien spekulieren, der Vizechef der Planungskommission, Montek Singh Ahluwalia, könnte antreten. Der 67-Jährige wies die Spekulationen aber zurück. «Ich suche zu diesem Zeitpunkt keine solchen Posten», sagte Ahluwalia nach Angaben eines Senders.

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