Nach dem Versandhaus-Aus könnte Privileg bei Metro weiterbestehen. Orwo sicherte sich bereits Foto Quelle.

Privileg-Geräte könnte es bald bei Saturn und Media Markt geben.
Privileg-Geräte könnte es bald bei Saturn und Media Markt geben.

Privileg-Geräte könnte es bald bei Saturn und Media Markt geben.

dpa

Privileg-Geräte könnte es bald bei Saturn und Media Markt geben.

Fürth/Bitterfeld. Nach der Insolvenz des Fürther Versandhauses Quelle hat sich der ostdeutsche Fotodienstleister Orwo die Markenrechte an "Foto Quelle" und weiteren Markennamen wie "Revue" gesichert.

"Mit der Übernahme stärken wir unser Endkundengeschäft", sagte Orwo-Geschäftsführer Gerhard Köhler. Er bestätigte damit einen Bericht der "Mitteldeutschen Zeitung". Der Kaufpreis blieb geheim.

Durch die Übernahme sollen wohl bis zu 15 der bisher 28 Foto-Quelle-Mitarbeiter am Stammsitz Bitterfeld in Sachsen-Anhalt ihren Arbeitsplatz unter dem Dach des 230-Mitarbeiter-betriebs Orwo behalten können.

Großes Geschacher gibt es auch um den traditionsreichen Quelle-Markennamen "Privileg". Unter dem Dach des Handelskonzerns Metro, der seine Eigenmarken stärken will, könnte auch diese Marke überleben. Nach Informationen der "Financial Times Deutschland" verhandlelt Metro bereits mit dem Otto-Versand. Die Hamburger hatten die Markenrechte von der insolventen Quelle vor rund drei Wochen gekauft.

Kühlschränke, Waschmaschinen, Eierkocher und Co. der Marke Privileg könnten dann von den Metro-Töchtern Media Markt und Saturn angeboten werden.

Privileg war seit 1964 eine Handelsmarke des Versenders Quelle, bevor der Markenname an Otto überging. Bei Privileg handelt es sich jedoch weder um einen Hersteller, noch um ein eigenes Unternehmen. Denn unter dem Markennamen werden lediglich Geräte anderer Hersteller vertrieben. Die meisten Privileg-Geräte stammen von Electrolux. Auch Bosch-Geräte sollen unter dem Markennamen Privileg bereits verkauft worden sein.

Wirtschaftlicher Grund ist, dass die Preisspanne bei Eigenmarken wie Privileg deutlich höher als bei Markenprodukten ist. Das Prinzip nutzen auch Discounter, die in ihren Geschäften Lebensmittel bekannter Hersteller unter Fremdnamen verkaufen.

Nach Zeitungsinformationen sollen Metro und Otto bereits in konkrete Verhandlungen eingetreten sein. Zu einer Einigung sei es nur deshalb noch nicht gekommen, weil noch um den Preis gefeilscht werde. Ein Otto-Sprecher sagte dem Blatt, der Versandhandelskonzern prüfe sowohl die Eigennutzung der Marke als auch die Weitergabe der Markenrechte gegen Gebühr. Allerdings sei Metro sei nicht der einzige Interessent.

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