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UBS-Chef Sergio Ermotti. Die UBS ist einer der größten Verlierer in der Finanzkrise. Foto: Steffen Schmidt

UBS-Chef Sergio Ermotti. Die UBS ist einer der größten Verlierer in der Finanzkrise. Foto: Steffen Schmidt

dpa

UBS-Chef Sergio Ermotti. Die UBS ist einer der größten Verlierer in der Finanzkrise. Foto: Steffen Schmidt

Zürich (dpa) - Der radikale Konzernumbau sowie der Libor-Skandal und Abschreibungen im Investmentgeschäft haben der Schweizer Großbank UBS erneut tiefrote Zahlen eingebrockt.

2012 habe sich das Minus auf 2,5 Milliarden Franken (rund 2 Mrd Euro) belaufen, teilte der Finanzkonzern am Dienstag in Zürich mit. Der Deutsche-Bank-Konkurrent verbuchte damit den vierten Jahresverlust seit Ausbruch der Finanzkrise 2007.

2011 hatte die UBS allerdings noch 4,1 Milliarden Franken verdient. Der Verlust im Jahr 2012 fiel zudem geringer aus, als von Analysten geschätzt wurde, die mit einem Minus von etwa drei Milliarden Franken gerechnet hatten. Zudem demonstrierte die UBS Kapitalkraft, indem sie ankündigte, eigene Anleihen für bis zu fünf Milliarden Franken zurückzukaufen. Ihren Aktionären zahlt die Bank ungeachtet der Minus-Bilanz eine um 50 Prozent auf 0,15 Franken je Anteilsschein erhöhte Dividende.

Im Dezember hatte die UBS bekanntgegeben, wegen Manipulationen des Referenzzinssatzes Libor durch mehrere ihrer Mitarbeiter rund 1,4 Milliarden Franken an Aufsichtsbehörden der USA, Großbritanniens und der Schweiz zahlen zu müssen. Zudem bildete sie wegen Klagen im Geschäft mit Wertpapieren, die durch Hypotheken abgesichert wurden, Rückstellungen. Hinzu kommen höhere Kosten durch die Neubewertung von Schulden.

Als positiv werteten Branchenkreise am Dienstag, dass UBS 2012 ihre Bilanzrisiken weiter reduzieren konnte. So wurde die Eigenkapitalquote auf Basis der «Basel III»-Richtlinien - wobei es im Kern um strengeren Kapitalregeln für Banken geht - zum Jahresende auf 9,8 Prozent erhöht. Damit hat die UBS bereits jetzt fast die erst ab 2019 vorgeschriebene Mindestquote von zehn Prozent im Kasten.

UBS-Chef Sergio Ermotti verwies auf «entscheidende Fortschritte». Die Bank sei gestärkt ins neue Jahr gestartet. 2013 gebe es aber wegen der schwelenden Euro-Schuldenkrise und der US-Haushaltsprobleme weiter erhebliche Risiken.

Nach harscher Kritik seitens der Aktionäre kündigte die UBS ein neues Vergütungsmodell für ihr Spitzenpersonal an: Boni sollen länger aufgeschoben und weniger in bar ausbezahlt werden sowie an mehrjährige Leistungskriterien sowie Kapitalquoten gekoppelt werden. 2012 wurden Boni gegenüber dem Vorjahr um 7 Prozent auf 2,5 Milliarden Franken gesenkt.

Insgesamt reduzierte die UBS die Kosten seit Mitte 2011 um 1,4 Milliarden Franken. Die Zahl der Vollzeitstellen sank 2012 Jahresfrist von noch knapp 65 000 auf rund 62 600. Im Oktober hatte die UBS angekündigt, das teure Investmentbanking stark einzudampfen und bis zu 10 000 weitere Stellen zu streichen. Die Zahl der Angestellten soll damit auf 54 000 sinken. Ende 2007 hatte die UBS noch mehr als 83 000 Beschäftigte.

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