Volker Böttcher, Vorsitzender der Geschäftsführung der TUI Deutschland GmbH, bei einem Interview. Foto: Peter Steffen
Volker Böttcher, Vorsitzender der Geschäftsführung der TUI Deutschland GmbH, bei einem Interview. Foto: Peter Steffen

Volker Böttcher, Vorsitzender der Geschäftsführung der TUI Deutschland GmbH, bei einem Interview. Foto: Peter Steffen

dpa

Volker Böttcher, Vorsitzender der Geschäftsführung der TUI Deutschland GmbH, bei einem Interview. Foto: Peter Steffen

Hannover (dpa) - Der größte deutsche Reiseveranstalter Tui erwartet trotz europäischer Schuldenkrise und der verhalteneren Konjunkturaussichten auch in diesem Jahr wachsende Urlauberzahlen.

Die Verbraucherstimmung sei gut und vor allem die entspannte Lage auf dem Arbeitsmarkt wirke sich positiv aus, sagte Tui Deutschland-Chef Volker Böttcher in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Allerdings werde der Reisemarkt in Deutschland voraussichtlich nicht mehr so stark zunehmen wie 2011. «Unsere Marktforscher erwarten für den Gesamtmarkt ein leichtes, einstelliges Wachstum», sagte Böttcher.

Im vergangenen Jahr hatte Tui vom Reiseboom vor allem in der Sommersaison und einer zunehmenden Lust der Urlauber auf Luxus und Exklusivität profitiert. Konzernweit stieg der Umsatz um sieben Prozent. Und viele Urlauber ließen sich ihre Ferien auch mehr kosten.

Die differenzierten, exklusiven Angebote der Tui würden auch derzeit stark nachgefragt, sagte Böttcher. Das gelte vor allem für den Bereich der Wellness- und Gesundheitsreisen, die sich inzwischen fest etabliert hätten. Aber auch die neuen Hotelangebote, die sich an bestimmte Zielgruppen wenden, liefen ausgesprochen gut. «Wenn man passgenau den Kundennerv trifft, kann man auch noch wachsen», sagt Böttcher. Angesichts eines Reisemarktes, der in Europa als ausgeschöpft gilt, will die Tui diesen Bereich noch ausbauen.

Bezüglich der Reiseziele blieben die Vorlieben der deutschen Urlauber weitgehend unverändert. Spanien und Ferien im eigenen Land lägen gut im Rennen und die Türkei halte sich auf hohem Niveau. Die stärksten Zuwächse aber verzeichne derzeit Kroatien mit einem Plus von 57 Prozent sowie Bulgarien. Bei Fernreisen seien vor allem die USA und exklusive Ziele im Indischen Ozean gefragt.

Griechenland, das im vorigen Jahr trotz Demonstrationen und Streiks noch gut gelaufen ist, schwächele nun aber. «Wir merken eine spürbare Zurückhaltung bei den Buchungen für Griechenland», sagte Böttcher. Auch Ägypten und Tunesien hätten sich leider noch nicht erholt nach den politischen Umbrüchen dort.

Das Umbauprogramm der Tui laufe nach Plan, berichtete der Manager weiter. Der Großteil des Abbaus von 550 Stellen sei zum Jahreswechsel vollzogen worden, die Kostenstrukturen durchforstet. «Jetzt schauen wir wieder nach vorne», sagte Böttcher. Eine der Herausforderungen sei der Start der Internetoffensive. Die neue Plattform solle in den nächsten Wochen installiert werden. Derzeit werde die Technik einem «Stresstest» unterzogen. Tui will den Anteil der Internet-Buchungen von derzeit fünf bis sechs Prozent in drei bis vier Jahren auf 20 Prozent hochfahren. Dazu sollen auch Experten beitragen, die auf dem neuen Online-Portal interaktiv für Spezialfragen im Chat zur Verfügung stehen sollen.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer