Jean-Claude Trichet
EZB-Präsident Jean-Claude Trichet sieht keine Krise des Euro, sondern eine der Staatsfinanzen.

EZB-Präsident Jean-Claude Trichet sieht keine Krise des Euro, sondern eine der Staatsfinanzen.

dpa

EZB-Präsident Jean-Claude Trichet sieht keine Krise des Euro, sondern eine der Staatsfinanzen.

Berlin (dpa) - Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, hat Inflationsängste zurückgewiesen und den Euro gegen Kritik verteidigt.

«In den letzten zwölf Jahren lag die durchschnittliche Teuerungsrate im Euro-Raum bei 1,97 Prozent, in Deutschland sogar nur bei 1,5 Prozent», sagte Trichet der «Bild»-Zeitung. «Das sind bessere Zahlen als in den gesamten 50 Jahren vor dem Euro.» Die Gemeinschaftswährung sei auch angesichts der Schuldenkrise «glaubwürdig und stabil».

Das Defizit der Staatsfinanzen im Euro-Raum sei 2011 nur halb so hoch wie das der USA oder Japan. Alle Industrieländer hätten Probleme mit ihren Haushalten. «Diese Tatsache wird häufig vergessen.»

Trichet forderte die die Euro-Länder dennoch zu harten Sparmaßnahmen auf. «Die EZB erwartet von den Regierungen in der Eurozone, dass sie enorme Anstrengungen unternehmen, um Schulden abzubauen.» Es gebe keine Krise des Euro, «sondern wir haben eine Krise der Staatsfinanzen in einigen Euro-Ländern», sagte Trichet der Zeitung.

Alle Regierungen müssten dafür sorgen, ihre Finanzen in Ordnung zu bringen. «Da sind vor allem die Regierungen und Staaten gefragt, die in der Vergangenheit deutlich über ihre Verhältnisse gelebt haben», meinte der EZB-Präsident und stellte klar: «Schulden müssen zurückgezahlt werden. Dies ist eine Frage der Vertragstreue.»

Trichet verteidigte seine Forderung nach einer schneller Ausweitung des EU-Rettungsschirms: «Die Regierungen brauchen einen wirkungsvollen Mechanismus, der hilfreich ist zur Sicherung von Finanzstabilität.»

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