Top-Manager Hemjö Klein hat die Markenrechte gekauft. Die deutsche Industrie-Ikone wird nun aufgefrischt.

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Neben einem in den 60er Jahren modernen Fernseher (links) steht die alte, mächtige Telefunken-Fernsehtruhe von 1936.

Neben einem in den 60er Jahren modernen Fernseher (links) steht die alte, mächtige Telefunken-Fernsehtruhe von 1936.

Telefunken

Neben einem in den 60er Jahren modernen Fernseher (links) steht die alte, mächtige Telefunken-Fernsehtruhe von 1936.

Berlin. Die deutsche Industrie-Ikone Telefunken war fast in der Versenkung verschwunden. Das Berliner Technikunternehmen stand einst in einer Reihe mit Unterhaltungselektronik-Marken wie Nordmende, Wega, Dual und Grundig. 1903 auf Weisung von Kaiser Wilhelm II. als Gemeinschaftsunternehmen von Siemens & Halske und der AEG gegründet, erlebte die Traditionsmarke in den sechziger Jahren mit 35.000 Beschäftigten ihren Zenit.

Dann verpasste Telefunken den Trend, den japanische Konzerne in den siebziger Jahren vorgaben. In den 80er Jahren wurde die Telefunken AG fast vollständig zerschlagen. Die Markenrechte landeten über AEG unbeachtet bei der Daimler AG.

Ein berühmter Schwabe in Kalifornien möchte nun dafür sorgen, dass die Nostalgie-Marke wiederbelebt wird und ein junges Publikum Telefunken neu entdecken soll. Hartmut Esslinger (65), Chef von frog design, gilt in der Designerszene als Legende. Anfang der achtziger Jahre verhalf Esslinger Apple-Mitbegründer Steve Jobs dabei, das erste PC-Gehäuse zu entwerfen, das von der Szene als "cool" akzeptiert wurde.

Ein deutscher Star-Designer sorgt für neue Optik

"Wir haben rund um die Uhr gearbeitet, nachts Beatles und Bob Dylan gehört und über Strategien, Skizzen und Styropormodelle diskutiert", beschreibt der Wahl-Kalifornier den Auftrag, der sein Leben veränderte. Seine Firma frog design hat seitdem für Microsoft, Disney, Sony und andere Weltmarken gearbeitet.

Esslinger wurde vor knapp zwei Jahren von Hemjö Klein in das Telefunken-Team geholt. Der ehemalige Bahn-Vorstand hatte Ende 2007 Daimler die Markenrechte für einen zweistelligen Millionenbetrag abgekauft, um in Europa, Asien und später auch den USA Unterhaltungselektronik unter dem Namen "Telefunken" anbieten zu können.

Esslinger fühlt sich nun an seine Jahre bei Apple erinnert: "Wir sind nur 22 Leute und funktionieren im Prinzip wie ein Startup-Unternehmen." In Auftrag von Telefunken sei er ständig in China und Taiwan unterwegs, um die Designer und Ingenieure der Telefunken-Lizenznehmer von seinen Prinzipien zu überzeugen.

"Wir wollen coole Produkte mit einem klaren Design, bedienerfreundlich - aber auch nachhaltig und umweltfreundlich." Als ersten Schritt setzte Esslinger durch, dass die meisten Audio-Produkte leicht mit Apples iPod verbunden werden können.

Im Gegensatz zu anderen am Markt aktiven deutschen Traditionsmarken wie Metz oder Loewe produziert und vertreibt Telefunken selbst keine Geräte, sondern überlässt dies Spezialisten: "Wir lizenzieren die Marke und sorgen dafür, dass Qualität und Design stimmen."

In Berlin präsentierte Esslinger die ersten Ergebnisse, darunter zwei modern gestaltete Röhrenverstärker im Aludesign, mit denen man aus einem iPod eine ungeahnte Klangfülle zaubern kann.

Erfolge feiert Telefunken derzeit vor allem in Russland und dem Nahen Osten. "Da läuft es sogar besser als hier in Deutschland."

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