Rund 1000 Beschäftigte der ThyssenKrupp-Edelstahlwerke in Bochum und Krefeld (Foto) müssen um ihre Arbeitsplätze bangen.
Rund 1000 Beschäftigte der ThyssenKrupp-Edelstahlwerke in Bochum und Krefeld (Foto) müssen um ihre Arbeitsplätze bangen.

Rund 1000 Beschäftigte der ThyssenKrupp-Edelstahlwerke in Bochum und Krefeld (Foto) müssen um ihre Arbeitsplätze bangen.

Bischof, Andreas (abi)

Rund 1000 Beschäftigte der ThyssenKrupp-Edelstahlwerke in Bochum und Krefeld (Foto) müssen um ihre Arbeitsplätze bangen.

Essen/Bochum/Krefeld (dpa) - Rund 1000 Beschäftigte der ThyssenKrupp-Edelstahlwerke in Bochum und Krefeld müssen um ihre Arbeitsplätze bangen. Eine Schließung der sogenannten Flüssigphasen an beiden Standorten sei Voraussetzung für eine Konsolidierung des Edelstahlmarkts, verlautete am Mittwoch aus Unternehmenskreisen. „Ohne die Schließung wird es nicht gehen“, hieß es. In diesem Zusammenhang sei ein Personalabbau nicht zu vermeiden.

Der größte deutsche Stahlkonzern verhandelt derzeit mit dem finnischen Konkurrenten Outokumpu. Es geht um einen Zusammenschluss mit der ThyssenKrupp-Edelstahlsparte Inoxum. Die Gespräche sind nach Angaben eines Unternehmenssprechers vom Mittwoch derzeit noch nicht abgeschlossen. Zu Einzelheiten wollte er keine Stellung nehmen.

Nach Bekanntwerden der Pläne für die Edelstahl-Ehe hatten Arbeitnehmervertreter in dieser Woche Alarm geschlagen. „Wer Werke schließt, bekommt mit uns richtig Ärger“, hatte der NRW-Bezirksleiter der Gewerkschaft IG Metall, Oliver Burkhard, angekündigt. Ohne rechtsverbindliche Zusagen für den Schutz der Mitarbeiter wolle man einem Verkauf nicht zustimmen. Bereits am Montag war es zu spontanen Arbeitsniederlegungen und zu einem mehrstündigen Stillstand der Produktion im Krefelder Edelstahlwerk gekommen. Für diesen Freitag haben der Betriebsrat und die Gewerkschaft IG Metall zu einer Großdemonstration unter dem Motto „Alarmstufe Rot“ in Bochum aufgerufen.

NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) hatte in dieser Woche eine sozialverträgliche Lösung bei einem möglichen Zusammengehen der beiden Konkurrenten angemahnt. „Ich glaube, dass ThyssenKrupp in der Lage sein könnte, das Ganze ohne betriebsbedingte Kündigungen hinzubekommen. Das wäre für den Standort NRW außerordentlich wichtig“, sagte Kraft. Langfristig fürchtet die Gewerkschaft bei einem Zusammenschluss mit dem finnischen Konkurrenten den Verlust von bis zu 2500 Arbeitsplätzen. Etwa die Hälfte der weltweit rund 11 000 Mitarbeiter von Inoxum ist in Deutschland beschäftigt.

Die ThyssenKrupp-Edelstahlsparte erwirtschaftete im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 6,7 Milliarden Euro und ist damit Weltmarktführer. Der Edelstahlmarkt leidet jedoch unter erheblichen Überkapazitäten. Im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Verkauf hatte ThyssenKrupp im zurückliegenden Geschäftsjahr eine Wertberichtigung von 800 Millionen Euro auf seine Edelstahlsparte vorgenommen. Dadurch wies die Sparte einen Verlust vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 785 Millionen Euro aus.

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