Ein Stahlarbeiter in einer Gießwalzanlage von ThyssenKrupp in Duisburg: Das bereinigte Ergebnis des Unternehmens vor Zinsen und Steuern blieb mit 277 Millionen Euro nahezu konstant.
Ein Stahlarbeiter in einer Gießwalzanlage von ThyssenKrupp in Duisburg: Das bereinigte Ergebnis des Unternehmens vor Zinsen und Steuern blieb mit 277 Millionen Euro nahezu konstant.

Ein Stahlarbeiter in einer Gießwalzanlage von ThyssenKrupp in Duisburg: Das bereinigte Ergebnis des Unternehmens vor Zinsen und Steuern blieb mit 277 Millionen Euro nahezu konstant.

dpa

Ein Stahlarbeiter in einer Gießwalzanlage von ThyssenKrupp in Duisburg: Das bereinigte Ergebnis des Unternehmens vor Zinsen und Steuern blieb mit 277 Millionen Euro nahezu konstant.

Bochum (dpa) - Generationswechsel beim größten deutschen Stahlkonzern: Mit der Vorlage seines zwölften Jahresberichts hat sich der 69 Jahre alte Thyssenkruppchef Ekkehard Schulz verabschiedet.

An seiner Stelle übernimmt der fast 20 Jahre jüngere ehemalige Siemens-Manager Heinrich Hiesinger den Chefposten des Traditionskonzerns. Nach heftigen Einbrüchen während der Wirtschaftskrise sei das Unternehmen auf einen langfristigen Wachstumspfad zurückgekehrt, sagte Schulz zum Abschied. Im laufenden Geschäftsjahr 2010/2011 (30.9.) will ThyssenKrupp den Umsatz um 10 bis 15 Prozent steigern.

Im abgelaufenen Jahr waren es 42,6 Milliarden Euro. Der bereinigte Gewinn von Zinsen und Steuern (EBIT) soll stärker zulegen - um 800 Millionen auf 2 Milliarden Euro. Das gelang im ersten Quartal noch nicht. Mit 277 Millionen Euro blieb das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) lediglich konstant, während der Umsatz um rund 17 Prozent auf mehr als 11 Milliarden Euro stieg.

Fast alle Geschäftsbereiche schrieben wieder schwarze Zahlen - nur in der US-Stahlsparte gab es hohe Anlaufverluste von 370 Millionen Euro - 300 Millionen mehr als vor einem Jahr. Sorgen bereitet dem erfahrenen Stahlmanager der drastische Anstieg der Rohstoffpreise. Derzeit gebe es große Unsicherheiten für die Unternehmen, sagte er. ThyssenKrupp musste in den vergangenen Monaten einen drastischen Anstieg unter anderem bei den Erzpreisen hinnehmen.

Notwendig sei eine gesamteuropäische Rohstoffstrategie. Sein Unternehmen gehe davon aus, dass der entscheidende Vorstoß beim Thema Rohstoffe auf internationaler Ebene auf dem nächsten G20-Gipfel in Frankreich im kommenden Juni erfolgen werde, sagte Schulz.

Der sichtlich bewegte Konzernchef erhielt auf der Hauptversammlung viel Lob für seine zwölfjährige Amtszeit. Es sei ihm gelungen, die Fusion der beiden einstigen Rivalen Thyssen und Krupp zu einer Erfolgsgeschichte zu machen, sagte Aufsichtsratschef Gerhard Cromme. Er betonte, dass es Schulz gelungen sei, einen «sehr guten Weg» aus der Krise zu finden - auch wenn ThyssenKrupp von den Rekordergebnissen aus den Jahren 2007 und 2008 noch ein Stück entfernt ist. Die Aktionäre dankten Schulz mit langem Applaus.

Nach der Hauptversammlung übernimmt der von Siemens gekommene Manager Heinrich Hiesinger den Vorstandsvorsitz. Als wichtige Zukunftsaufgaben für seinen Nachfolger bezeichnete Schulz, die Internationalisierung voranzutreiben. Schwerpunkte seien vor allem Indien und China. Dazu werde es weitere strategische Zukäufe geben. Von dem neuen Konzernchef wird eine Stärkung der Technologiesparte erwartet. Sein Konzept will Hiesinger jedoch erst im Sommer vorlegen.

Möglicherweise wird Hiesinger schon bald übergangsweise das Finanzressort übernehmen müssen. Denn bei der Suche nach einem Nachfolger von Alan Hippe wolle sich der Aufsichtsrat Zeit nehmen, erklärte Chefkontrolleur Cromme. Hippe hatte vor wenigen Tagen überraschend um Aufhebung seines Vertrags gebeten.

Er wechselt zum Schweizer Pharmakonzern Roche. Hippe war seit April 2009 Finanzchef bei ThyssenKrupp, zuvor arbeitete er sieben Jahre lang in derselben Funktion beim Autozulieferer Continental. Bei seinem Amtsantritt bei ThyssenKrupp hatten Beobachter Hippe gute Chancen auf eine mögliche Übernahme des Chefsessels beim größten deutschen Stahlkonzern bescheinigt.

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