Claus Weselsky
Der Chef der Lokführer-Gewerkschaft GDL, Claus Weselsky. Foto: Hendrik Schmidt

Der Chef der Lokführer-Gewerkschaft GDL, Claus Weselsky. Foto: Hendrik Schmidt

dpa

Der Chef der Lokführer-Gewerkschaft GDL, Claus Weselsky. Foto: Hendrik Schmidt

Berlin (dpa) - Die Tarifverhandlungen über die berufliche Absicherung der Lokführer bei der Deutschen Bahn stehen wieder auf der Kippe. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) und die Bahn erklärten die Tarifrunde nach einem ergebnislosen Treffen in Berlin für unterbrochen.

Die GDL erwartet von der Bahn bis zum 4. März ein neues, verbessertes Angebot. Darüber will das Unternehmen in den nächsten Tagen nachdenken. Sollten beide Seiten dann eine gemeinsame Grundlage sehen, ist für den 5. März ein weiteres Sondierungsgespräch und für den 20. März eine Verhandlungsrunde vereinbart.

«Wir sind am heutigen Tage nicht weitergekommen. Das Angebot, das auf dem Tisch liegt, ist aus Sicht der GDL nicht ausreichend», sagte der GDL-Vorsitzende Claus Weselsky. Wenn die Bahn bis zum 4. März keine neue Offerte vorlege, würden die Tarifgremien der GDL am 10. März über das Scheitern der Verhandlungen beraten. Mit einem Streik drohte Weselsky am Donnerstag nicht.

Strittig ist nach wie vor, welche Personengruppe im Fall einer Berufsunfähigkeit tariflich einen besonderen Schutz mit einer Einkommensgarantie erhalten soll. Es geht darum, ob lediglich nach einem Zugunfall traumatisierte Lokführer oder auch andere Lokführer mit Gesundheitsproblemen in den Genuss einer solchen Regelung kommen. Die Betroffenen sollen sich statt eines anderen Arbeitsplatzes beim Bahnkonzern auch für eine Abfindung entscheiden können.

Weselsky sagte, Bahn und GDL seien auch noch uneins über die Dauer einer Zeitspanne, in der berufsunfähige Lokführer nicht an einen weit entfernten Ort versetzt werden dürften. Für die GDL sei das ein wichtiges Anliegen.

Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber sagte: «Das Hauptanliegen der GDL haben wir mehr als erfüllt. Was wir als Schutzpaket angeboten haben, geht weit über das hinaus, was üblich ist.» Weil die GDL am Donnerstag weiterreichende Forderungen gestellt habe, befänden sich die Verhandlungen an einem schwierigen Punkt. Die Bahn werde nun bewerten, ob auch diese zusätzlichen Punkte berücksichtigt werden könnten.

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