Der Retter der eidgenössischen Uhrenindustrie stirbt am Arbeitsplatz.

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Gründete 1983 die Firma swatch: Nicolas Hayek.

Gründete 1983 die Firma swatch: Nicolas Hayek.

dpa

Gründete 1983 die Firma swatch: Nicolas Hayek.

Biel. Er gilt als der Retter der Schweizer Uhrenindustrie, und so wurde der am Montag im Alter von 82 Jahren verstorbene Gründer der Schweizer Swatch Group, Nicolas Hayek, auch von der Regierung gewürdigt. Während der Arbeit in der Konzernzentrale in Biel versagte sein Herz. Die Schweiz ist um eine Unternehmerpersönlichkeit ärmer.

Hayek war kein biederer Schweizer Geschäftsmann

Hayek entsprach so gar nicht dem Typ des biederen Schweizer Geschäftsmannes. Er war Visionär, Marketing-Genie, politischer Querkopf und Lebemann in einer Person. Zu seinen Visionen zählte auch das Swatch-Mobil, in dem er gerne mal selbst vorfuhr. Seine Pläne für ein umweltfreundliches Auto für Jedermann konnte er persönlich nicht umsetzen, aber sie führten zum Smart von Mercedes.

Geboren wurde Hayek 1928 in Beirut. 1940 emigrierte er nach Frankreich, neun Jahre später in die Schweiz. Ab den 1950er-Jahren leitete er verschiedene Firmen, darunter das Unternehmen seines kranken Schwiegervaters, das Bremsklötze für Eisenbahnen herstellte.

1983 legte der Unternehmer den Grundstein für Swatch

Als Hayek 1983 aus den beiden fast bankrotten Schweizer Uhrenriesen SSIH und Asuag die Gesellschaft für Mikroelektronik und Uhrenindustrie (SMH) schmiedet, legte er damit den Grundstein für die Weltmarke Swatch. Bis zuletzt gehörte "Mr. Swatch" dem Verwaltungsrat der Swatch Group an. Dagegen hatte er die Unternehmensleitung 2003 an seinen 1954 geborenen Sohn Nick weitergegeben.

Die Kult-Uhr für 50 Franken traf damals genau den Zeitgeist

Seine einmalige Idee war die Swatch, die 2008 ein Vierteljahrhundert alt wurde. Sie traf damals genau den Zeitgeist. Noch heute gilt sie als Kult- und Sammlerobjekt. Als die Swatch am 1. März 1983 in Zürich vorgestellt wurde, galt sie noch als "unmögliche Uhr".

Zwölf Modelle waren es, die ab Herbst 1983 einheitlich 50 Franken kosteten. Inzwischen gibt es rund 5.000 Modelle, und insgesamt wurden bisher etwa 370 Millionen Stück produziert. Inzwischen ist die Gruppe größter Produzent von Fertiguhren - zu ihr gehören aber auch Luxusmarken wie Breguet und Blancpain sowie die deutsche Glashütte Original.

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