Bad Honnef/Bonn (dpa) - Die Tarifverhandlungen bei der Lufthansa-Tochter Germanwings haben bis zum Freitagnachmittag keinen Durchbruch gebracht. Damit wächst die Gefahr von Streiks, die bereits am Montag beginnen könnten.

Die Fluglinie hat rund 700 Flugbegleiter, von denen nach Angaben der Kabinengewerkschaft Ufo weit mehr als die Hälfte Gewerkschaftsmitglieder sind. Am Samstagvormittag will die Gewerkschaft bei einer Pressekonferenz in Bad Honnef über ihre Pläne informieren.

Die Gewerkschaft fordert in der seit neun Monaten laufenden Tarifrunde fünf Prozent mehr Geld. Zudem will sie befristete Arbeitsverträge ausschließen und einen späteren Wechsel der Germanwings-Flugbegleiter zur Lufthansa organisieren. Bisher hätten die Arbeitgeber unter dem Strich keine nennenswerten Lohnzuwächse angeboten, hieß es am Nachmittag aus Verhandlungskreisen.

Am späten Donnerstagabend hatte Germanwings ein verbessertes Angebot auf den Tisch gelegt. Der UFO-Vorsitzende Nicoley Baublies sagte dazu: «Es liegen beiderseitig Vorschläge auf dem Tisch.» Den Vorschlag der Arbeitgeber könne man aber nicht als Gesamtangebot bezeichnen. Nähere Angaben zu Details lehnte er ab.

Die Lufthansa-Tochter ist etwa 20 bis 30 Prozent günstiger als die Mutter. «Germanwings muss günstig bleiben. Wenn dies durch zu hohe Tarifabschlüsse nicht mehr gegeben ist, hat auch die Germanwings ihre Existenzgrundlage verloren», hatte Lufthansa-Chef Christoph Franz in einem Interview gesagt.

Die Gewerkschaft droht mit Streik und hat schon vor Abschluss der Verhandlungen in einer Urabstimmung nach den Worten von Baublies eine ausreichende Mehrheit dafür erreicht.

Wie stark sich ein möglicher Streik auswirken würde, sei nicht vorhersehbar. «Das ist Stochern im Nebel», sagte ein Germanwings-Sprecher. Die Linie habe pro Tag im Schnitt 270 Flüge. Sie bedient in Deutschland vor allem mittelgroße Flughäfen wie Köln/Bonn, Stuttgart, Hamburg, Berlin, Dortmund und Hannover.

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