Langenfelder Warenhauskette spricht von „schwieriger Umsatz- und Ertragslage“.

Der Umsatz in den Strauss-Filialen läuft derzeit schleppend.
Der Umsatz in den Strauss-Filialen läuft derzeit schleppend.

Der Umsatz in den Strauss-Filialen läuft derzeit schleppend.

Fries

Der Umsatz in den Strauss-Filialen läuft derzeit schleppend.

Langenfeld. Eine weitere Warenhauskette in Deutschland kämpft mit Schwierigkeiten: Der Langenfelder Einzelhändler Strauss Innovation will im Rahmen eines Sanierungsprogramms 235 der 1400 Vollzeitstellen streichen. Betriebsbedingte Kündigungen sind dabei nicht ausgeschlossen. "Die Restrukturierung ist unabdingbar für die Sicherung der Existenz von Strauss Innovation", sagte Finanzchef Frank Eischer. Ein Sprecher von Strauss sprach am Mittwoch von einer "schwierigen Umsatz- und Ertragslage". 2007 setzte Strauss 250 Millionen Euro um.

Von den knapp 100 Filialen in Deutschland stünden bis zu fünf auf dem Prüfstand, keine davon allerdings in Nordrhein-Westfalen, sagte der Sprecher, ohne Details zu nennen. Strauss verhandelt zusätzlich mit Vermietern, Dienstleistern und Lieferanten über günstigere Konditionen.

Aber auch die Mitarbeiter sollen einen Beitrag im Rahmen eines Sanierungstarifvertrags leisten. Im Gespräch sind offenbar Kürzungen bei variablen Vergütungen, etwa beim Urlaubsgeld. Die Umsetzung soll "zügig" erfolgen.

Die Eigentümer wollen in das Sortiment investieren

Auf der anderen Seite wollen die Eigentümer auch in das Sortiment investieren. Es soll laut Eischer künftig wieder auf innovative und hochwertige Produkte ausgerichtet werden. Strauss verkauft zur Hälfte Möbel, Wohntextilien, Wein, Süßwaren und Geschirr, zur anderen Hälfte Damen- und Herrenbekleidung.

Das Familienunternehmen Strauss war im Mai vergangenen Jahres zu 70 Prozent an den schwedischen Finanzinvestor EQT verkauft worden. Die Familie Geringhoff behielt 30 Prozent der Anteile. Damals kündigte Ernst Ludes, Partner bei EQT, eine kräftige Expansion des Strauss-Filialnetzes an.

"Wir sehen in Deutschland zusätzlich zu den gut 100 Filialen noch Platz für 50 bis 70 neue Häuser." Zudem hatte er sogar eine internationale Expansion des Strauss-Konzeptes in Aussicht gestellt. Doch diese Pläne scheinen angesichts der aktuellen Krise erst einmal vom Tisch zu sein.

Die Umwälzungen bei dem 1902 in Düsseldorf gegründeten Traditionsunternehmen hatten sich Mitte Dezember angebahnt. Zu diesem Zeitpunkt holten die Eigentümer den Restrukturierungsexperten Martin Herrman in die Geschäftsführung, der bereits die Drogeriemarktkette "Ihr Platz" saniert hat. Die beiden Geschäftsführer André Rinnensland und Mike Weccardt mussten das Unternehmen verlassen.

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