Immer mehr Start-ups werden in Deutschland gegründet, allein im letzten Jahr wurden 8.000 neue Firmen registriert.

Zwar verbindet man den Begriff Start-up oftmals mit den Metropolen Berlin und München, aber auch in Nordrhein-Westfalen gibt es junge, engagierte Menschen, die Geschäftssinn an den Tag legen wollen und ihr eigenes Unternehmen gründen.

So lernten sich beispielsweise Steffen Braun und Christian Ternai an der Bergischen Universität kennen, bevor sie ihr Unternehmen Task Force Internet gründeten. Sie sind ein Beispiel dafür, dass die Existenzgründungsinitiativen an Universitäten sowie Unterstützung durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie jungen Menschen mit einer guten Idee den Start erleichtern können. Den beiden Existenzgründern war aufgefallen, dass einige Unternehmen für sehr viel Geld externe Headhunter beauftragen, um gute neue Mitarbeiter zu finden. Sie entwickelten daraufhin eine Personalmarketing-Software, die dem suchenden Unternehmen mit einem transparenten Budget und gezielt platzierter Werbung hilft, wesentlich günstiger selbst die richtigen Mitarbeiter zu finden. Die Idee kam gut an, und so ist TFI ein Beispiel dafür, dass junge Unternehmen auch außerhalb der großen Städte funktionieren können und es Existenzgründer nicht zwangsläufig in die Ferne ziehen muss.

Und doch lassen sich München und Berlin als Start-up Hauptstädte Deutschlands nicht von der Hand weisen. Während in Berlin vermehrt die Technik zu Hause ist, gilt München als die Stadt der Kreativen: Um den Titel "Gründerhauptstadt" werden sich die beiden Städte also wohl noch länger streiten. Fakt ist aber, dass alle Firmengründungen, egal ob in München, Berlin oder NRW, dazu beitragen die deutsche Wirtschaft voranzutreiben und den Markt mit vielen kreativen neuen Geschäftsideen zu bereichern. Doch eine Firmengründung ist nicht gerade günstig. Laut einer Untersuchung des IT-Fachverbandes Bitkom, die kürzlich in Berlin vorgestellt wurde, benötigt ein neugegründetes Unternehmen im ersten Jahr zwar nur 70.000 Euro, insgesamt werden in den ersten vier Jahren aber rund 700.000 Euro benötigt. Die Gründer selbst sind dabei meist älter als man vielleicht annehmen sollte. In der Regel sammeln sie zunächst selbst Erfahrung als Angestellte, bevor sie sich ins Risiko einer Selbstständigkeit stürzen. So sind Unternehmensgründer aktuell durchschnittlich bereits 38 Jahre alt. Um bei Finanzierungsproblemen und anderem zu helfen, soll nun vom Senat in Berlin ein Gründer-Netzwerk ins Leben gerufen werden. Hier würden bereits etablierte Unternehmen auf Neugründer treffen, und die Neulinge können ihre persönlichen Netzwerke untereinander ausbauen. In London wurde Ähnliches bereits 2011 ins Leben gerufen und läuft derzeit sehr erfolgreich.

Auf jedes in München gegründete Unternehmen kommen 2,8 neu gegründete Berliner Unternehmen. Was zunächst viel klingt, bedeutet lediglich, dass auch in München viele Neugründungen stattfinden, auch wenn diese nicht immer so im Fokus der Öffentlichkeit stehen. Ein Beispiel für eine außerordentlich erfolgreiche Gründung im Süden Deutschlands ist das Münchner Start-up Stylight. Das 2008 gegründete Unternehmen verbindet den Community-Gedanken mit einer Plattform für Mode. Die Macher bündeln dabei Angebote verschiedenster Shops und ermöglichen eine persönliche Note. Artikel können per Suchfunktion anhand von Farbe, Form und Material gefunden werden. Im Look-Book-Stil werden ganze Outfits präsentiert, sodass sich sowohl Männer als auch Frauen davon inspirieren lassen können. Derzeit beschäftigt das Unternehmen gut 70 Mitarbeiter, und die Plattform ist in neun Ländern per App oder auch normal online verfügbar. Stylight hat einen Trend erkannt, den viele alteingesessene Unternehmen auch heutzutage immer noch verpassen: Sie interagieren aktiv mit Bloggern und nutzen alle angesagten Social-Media Kanäle.

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