Gegen Thomas Middelhoff wird wegen Untreue ermittelt. Der jetzigen Chef Karl-Gerhard Eick wurde angezeigt.

Essen. Gegen frühere und amtierende Arcandor-Manager ist die Justiz tätig worden. Gegen den früheren Arcandor-Chef Thomas Middelhoff wurde am Freitag von der Staatsanwaltschaft Essen ein förmliches Ermittlungsverfahren wegen Untreue im Zusammenhang mit Immobiliengeschäften eingeleitet. Den amtierenden Konzernboss haben mehrere Privatpersonen angezeigt. Sie wollen ihn wegen Insolvenzverschleppung vor den Kadi bringen.

Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick, der als Finanzvorstand der Deutschen Telekom zuletzt 2,8 Millionen Euro Jahresgehalt bezogen hatte, hat sich beim Essener Kaufhaus- und Touristikriesen gut abgesichert. Er habe einen Fünf-Jahres-Vertrag mit zwei Millionen Euro pro Jahr, sagte er der „Bild“. Außerdem stehe ihm eine Variable und eine Erfolgsprämie zu, sagte Eick. Die Variable betrage eine Million Euro im Jahr und werde vom Arcandor-Großaktionär, der Privatbank Sal.Oppenheim, gezahlt. Der Fünf-Jahres-Vertrag werde auch bei einem früheren Ausscheiden voll ausbezahlt.

Middelhoff begrüßt die Klärung durch die Justiz

Im Fall Middelhoff geht es um ein Immobiliengeschäft, das vor seinem Einstieg als Aufsichtsratschef bei Arcandor getätigt wurde, an dem er aber persönlich beteiligt ist. Middelhoff hatte sich bereits vor einer Woche öffentlich zu den Vorwürfen geäußert und begrüßt eine Klärung durch die Staatsanwaltschaft.

Es geht um fünf Gebäude, die von dem Konzern für Karstadt-Warenhäuser bei Immobilienfonds angemietet werden. Die Fonds waren gemeinsam von Sal. Oppenheim und dem Projektentwickler Josef Esch aufgelegt worden. Die Häuser seien zu ungewöhnlich hohen Preisen angemietet worden. Middelhoff sagte, seine Frau und er hätten als Privatpersonen kleinere Beteiligungen an den Esch-Fonds gezeichnet. Er habe 2004 unmittelbar nach seiner Berufung bei Arcandor den Aufsichtsrat darüber informiert, im Mai 2005 auch die Hauptversammlung.

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