Brüderle
Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP). (Archivbild)

Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP). (Archivbild)

Auch FDP-Politiker Brüderle ärgert sich über die steigenden Benzinpreise. (Symbolbild)

dpa, Bild 1 von 2

Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP). (Archivbild)

Berlin (dpa/Red) - Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) hat angesichts der explodierenden Benzin-Preise das Vorgehen der Mineralölkonzerne kritisiert und gleichzeitig Discounter wie Aldi und Lidl ermuntert, den großen Ölkonzernen Konkurrenz zu machen.

«Es ärgert die Menschen, dass die Spritpreise ständig Achterbahn fahren - vor allem diejenigen, die täglich auf das Auto angewiesen sind», sagte Brüderle der «Bild am Sonntag». Für die seit mehreren Jahren laufende Untersuchung des Bundeskartellamts zu Preisabsprachen in der Branche sollen nun Ende Januar die Ergebnisse veröffentlicht werden. Brüderle kündigte an, dann auch über «Konsequenzen» zu sprechen.

«Preise bilden sich am besten immer noch durch Wettbewerb. Wenn das Angebot steigt, sinkt der Preis», sagte Brüderle der «Bild"-Zeitung am Montag. Er würde sich deshalb über jeden zusätzlichen Wettbewerber freuen und könne Unternehmen «nur ermutigen, in den Benzinmarkt einzusteigen».  Brüderle bezog sich dabei auf das Beispiel Österreichs, wo Autofahrer bei der Aldi-Süd-Tochter Hofer zeitweise deutlich billiger tanken können.

Bereits im Oktober hatte das Kartellamt angekündigt, seine langfristige Prüfung in den vier Modellregionen Hamburg, Köln, Leipzig und München zu vertiefen. Jeweils 100 Tankstellen mussten jede Preisänderung der vergangenen drei Jahre an die Behörde melden. Im Detail prüfen die Wettbewerbshüter unter anderem, ob es immer dieselben Unternehmen sind, die bei Preiserhöhungen vorpreschen. Ein Aspekt ist auch, ob es Anhaltspunkte dafür gibt, dass der Benzinpreis oft mehrfach an einem Tag rasant steigt, dann aber wieder langsam sinkt. Die Mineralölkonzerne hatten die Kritik zurückgewiesen.

Autofahrer müssen derzeit an den Zapfsäulen in Deutschland so tief in die Tasche greifen wie seit dem Sommer 2008 nicht mehr. Im bundesweiten Durchschnitt kostet der Liter Superbenzin nach ADAC-Angaben in der vergangenen Woche 1,495 Euro, 2,6 Cent mehr als in der Vorwoche. Vielerorts wurde inzwischen die 1,50-Euro-Marke deutlich überschritten. Diesel kostete pro Liter 1,333 Euro im Durchschnitt und damit 1,5 Cent mehr als in der Vorwoche.

Hintergrund sind vor allem die gestiegenen Ölpreise. Einen Einfluss auf die aktuelle Preisgestaltung könnte aber auch die geplante Einführung des Biosprits E10 haben. Offizieller Start dafür war der 1. Januar, allerdings brauchen die Mineralölkonzerne nach eigenen Angaben noch Monate, um alle Tankstellen umzurüsten. Branchenexperten halten es für möglich, dass der Preis für das herkömmliche Superbenzin jetzt steigt, damit E10 dann günstiger angeboten werden kann.

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