Neue Angst um Griechenland: Ob das Land eine Staatspleite abgewendet kann, hängt entscheidend von dem Schuldenschnitt ab. Foto: Patrick Pleul (Symbolbild)
Neue Angst um Griechenland: Ob das Land eine Staatspleite abgewendet kann, hängt entscheidend von dem Schuldenschnitt ab. Foto: Patrick Pleul (Symbolbild)

Neue Angst um Griechenland: Ob das Land eine Staatspleite abgewendet kann, hängt entscheidend von dem Schuldenschnitt ab. Foto: Patrick Pleul (Symbolbild)

dpa

Neue Angst um Griechenland: Ob das Land eine Staatspleite abgewendet kann, hängt entscheidend von dem Schuldenschnitt ab. Foto: Patrick Pleul (Symbolbild)

Athen (dpa) - Die Verhandlungen über einen Schuldenschnitt Griechenlands mit dem internationalen Bankenverband IIF sind am Freitag ohne konkretes Ergebnis geblieben.

Wie der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos dem staatlichen griechischen Fernsehen (NET) zufolge sagte, sollen sie am kommenden Mittwoch (18. Januar) in Athen fortgesetzt werden. Venizelos kommentierte die Gespräche lediglich als «nützlich». Vorrangig sind an den Gesprächen Venizelos, der griechische Ministerpräsident Lucas Papademos und IFF-Chef Charles Dallara beteiligt.

Am Vortag hatte der IIF erklärt, es gebe immer noch «ungelöste Kernpunkte» und die Zeit werde knapp. Wo genau die Knackpunkte liegen, wurde offiziell nicht bekannt. Nach Informationen aus griechischen Quellen geht es aber um den Zinssatz der neuen Anleihen, die nach dem Schuldenschnitt von 50 Prozent die alten Schuldverschreibungen ersetzen sollen, sowie um Garantien, dass es keinen neuen Schuldenschnitt geben werde.

Zudem werde verhandelt, welches Recht bei möglichen juristischen Verwicklungen gelten soll. Die Banken wollen, dass in diesem Fall nicht das griechische, sondern das strengere britische Recht gilt und Streitigkeiten im Vereinigten Königreich ausgehandelt werden, hieß es.

Die Umschuldung gilt als entscheidender Baustein für das zweite, 130 Milliarden Euro schwere Hilfsprogramm für Griechenland. Sie ist auch Voraussetzung für die Auszahlung weiterer Hilfskredite. Anfang kommender Woche werden auch die Experten der EU, des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Zentralbank (EZB) in Athen erwartet, um die Fortschritte Athens zu prüfen.

Auch nach einer Einigung mit dem IIF bleibe die Lage Athens dramatisch. Die Privatgläubiger Griechenlands, Banken und andere Finanzunternehmen, hätten dann bis zu sechs Wochen Zeit, zu erklären, ob sie am Forderungsverzicht teilnehmen würden. Verschiedene Banken und Hedge-Fonds sträuben sich Experten zufolge. Sie setzen entweder auf die volle Auszahlung der griechischen Schulden oder auch auf Ausfallversicherungen und weigerten sich, am Schuldenschnitt teilzunehmen.

Aus diesem Grund könnte der erwünschte «freiwillige» Schnitt den als Ziel angepeilten Schuldenabbau von 100 Milliarden Euro nicht erreichen. Dann wären zusätzliche Hilfen für Athen nötig. Mit dem Schuldenschnitt soll der Schuldenberg von 160 Prozent auf 120 Prozent der Bruttoinlandsproduktes (BIP) gedrückt werden.

Am Sonntag wird auch Bundesaußenminister Guido Westerwelle in Athen zu einem kurzen Arbeitsbesuch erwartet. Im Mittelpunkt werde die schwere Finanzkrise stehen, hieß es in Athen vom griechischen Außenministerium.

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