Das Land kündigt den Kauf weiterer spanischer Staatsanleihen an. Am Donnerstag besucht der Vize-Premier Berlin.

Schuldenkrise
Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero (r.) freut sich über die Unterstützung von Chinas Vize-Premierminister Li Keqiang.

Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero (r.) freut sich über die Unterstützung von Chinas Vize-Premierminister Li Keqiang.

dpa

Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero (r.) freut sich über die Unterstützung von Chinas Vize-Premierminister Li Keqiang.

Brüssel. Die boomende Wirtschaftsnation China will zur Stabilisierung des Euro noch mehr Staatsanleihen europäischer Schuldensünder aufkaufen. Zum Auftakt seiner Europa-Reise kündigte der chinesische Vize-Premierminister Li Keqiang am Mittwoch in Madrid an, weitere spanische Anleihen kaufen zu wollen. „Wir sind ein zuverlässiger und langfristiger Investor und setzen deshalb auf den Finanzplatz Spanien.“

Spanien muss derzeit relativ hohe Risikoaufschläge zahlen

An den Finanzmärkten kursieren seit einiger Zeit Spekulationen, dass sich auch das hoch verschuldete Spanien unter den Euro-Rettungsschirm retten muss. Das lässt Investoren zögern, spanische Schuldverschreibungen – also Anleihen – zu kaufen. Staaten borgen sich über die Ausgabe von Anleihen Geld an den Finanzmärkten. Sie zahlen Geldverleihern dafür eine Art Prämie. Spanien muss wegen der Spekulationen um seine Zahlungsfähigkeit derzeit hohe Risikoaufschläge zahlen.

Der 55-jährige Li, der als künftiger Premierminister der asiatischen Supermacht gehandelt wird, trifft am Donnerstag zu einem dreitägigen Besuch in Berlin ein. Die chinesische Regierung will um mehr Investitionen deutscher Firmen im Reich der Mitte werben.

China ist das Land mit den weltweit größten Währungsreserven; diese will es gewinnträchtig anlegen. China hat Reserven von mehr als 2000 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Deutschlands gesamte Wirtschaftsleistung 2009 betrug 2 404 Milliarden Euro. Fast die Hälfte der chinesischen Währungsreserven sind in US-Anleihen angelegt. Doch mit der Weltfinanzkrise gerieten die US-Wirtschaft und der Dollar ins Straucheln. Daher wurden Anlagen in Euro für China interessanter.

Zudem ist das exportabhängige China daran interessiert, dass es Europa gut geht. Die EU ist Chinas größter Handelspartner. Zugleich ist China das Land, das am meisten Waren in die EU verkauft. Kein Wunder, dass Li Keqiang nun betonte, die sozialistische Volksrepublik wolle zur „umfassenden Wirtschaftserholung und zum stabilen Wachstum“ beitragen.

China will sich als Bank für Europa etablieren

Bisher steckte China in Europa eher Geld in Staatsanleihen großer Länder wie Deutschland und Frankreich. Analyst Ken Peng, der für die Citigroup in Chinas Hauptstadt Beijing arbeitet, sagte, der Erwerb von Anleihen hochverschuldeter Staaten berge zwar Risiken für China. Aber der mögliche politische Gewinn sei größer – falls sich China als Bank für Europa etablieren und zum Retter in der Not aufschwingen könne.

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