Fleischfabrik Tönnies
Der Schriftzug des Fleischfabrikanten Tönnies an einem Gebäude der Firma in Rheda-Wiedenbrück. Foto: Marius Becker/Archiv

Der Schriftzug des Fleischfabrikanten Tönnies an einem Gebäude der Firma in Rheda-Wiedenbrück. Foto: Marius Becker/Archiv

dpa

Der Schriftzug des Fleischfabrikanten Tönnies an einem Gebäude der Firma in Rheda-Wiedenbrück. Foto: Marius Becker/Archiv

Rheda-Wiedenbrück (dpa) - Der Großschlachter Tönnies will massiv in China wachsen. Dazu sei ein neues Gemeinschaftsunternehmen geplant, sagte Firmenchef Clemens Tönnies der «Wirtschaftswoche».

Der Fleischverarbeiter aus dem ostwestfälischen Rheda-Wiedenbrück werde helfen, in China ein flächendeckendes Netz großer Zerlegebetriebe aufzubauen. Die sollen dann auch mit Schweinefleisch aus Deutschland beliefert werden. «Wir bauen dafür hier am Stammsitz in Rheda gerade die neue Verpackungs- und Gefrierlogistik», sagte Tönnies dem Magazin.

In der Vergangenheit hatte Tönnies China als reinen Exportmarkt betrachtet. Im Jahr 2010 erwirtschaftete der Schlachtriese mit 7600 Beschäftigten einen Umsatz von 4,3 Milliarden Euro.

Welchen Anteil Tönnies an dem geplanten Joint Venture halten wird, sei noch nicht entschieden, hieß es. Der chinesische Partner stecke in jeden der neuen Zerlegebetriebe 60 bis 70 Millionen Euro. Ziel des Tönnies-Engagement sei, an der Umstrukturierung der Fleischversorgung in China mitzuverdienen. Derzeit werde dort Fleisch über Kleinhändler nahezu ohne Kühlung per Moped im ganzen Land verteilt. «Das sind hygienische Bedingungen, da fällt uns nichts mehr ein», sagte Tönnies, der auch Aufsichtsratschef des Fußball-Bundesligisten Schalke 04 ist.

Tönnies bekräftigte, an der geplanten Übernahme des münsterländischen Schlachters Tummel (Schöppingen) festhalten zu wollen. Das Bundeskartellamt hatte den Expansionsplan im November 2011 aus Wettbewerbsgründen untersagt. Gegen die Entscheidung habe man noch im alten Jahr Beschwerde beim Oberlandesgericht Düsseldorf eingelegt.

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