Würden die Euro-Regierungen einen Absturz Griechenlands zulassen, wären die Banken zu Milliarden-Abschreibungen gezwungen. Wer die Zeche zahlen müsste, falls die Banken dadurch abermals ins Wanken gerieten, ist klar: der Steuerzahler.

Der Euro begründet eine Schicksalsgemeinschaft, in der einer für den anderen einspringen muss, sofern er sich nicht selbst massiv schaden will. Was aber ist die Lehre aus der griechischen Misere? Vor allem, dass es nicht reicht, sich auf blaue Briefe zu beschränken, wenn eine fragwürdige Drei-Prozent-Marke überschritten wird. Was Europa vielmehr braucht, ist eine wirkungsvolle gegenseitige Kontrolle von Haushaltsdisziplin und Wettbewerbsfähigkeit - eben eine Wirtschaftsregierung. Eine, die sich rechtzeitig einmischt, wenn eine Regierung zu wenig tut, um ihre Wirtschaft fit zu machen und zu viel verprasst, um ihre Wähler trotzdem bei Laune zu halten.

 

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