Konjunktur: Der Abwrack-Bonus für alte Wagen löst einen Verkaufsboom aus. Die Branche reagiert euphorisch.

Dank der Abwrackprämie können diese Neuwagen vielleicht bald in Freiheit über deutsche Autobahnen ziehen.
Dank der Abwrackprämie können diese Neuwagen vielleicht bald in Freiheit über deutsche Autobahnen ziehen.

Dank der Abwrackprämie können diese Neuwagen vielleicht bald in Freiheit über deutsche Autobahnen ziehen.

dpa

Dank der Abwrackprämie können diese Neuwagen vielleicht bald in Freiheit über deutsche Autobahnen ziehen.

Düsseldorf. Auf die lange Flaute folgt jetzt der Boom: Den Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) haben Meldungen aus der Branche erreicht, die "mehr als euphorisch" klingen, erklärte der ZDK am Donnerstag in Bonn. Einzelne Händler berichteten derzeit, dass sie innerhalb von zwei Tagen 100Autos verkauft oder innerhalb eines Tages bis zu 35 Verkaufsgespräche geführt hätten, sagte ein ZDK-Sprecher. Solche Meldungen aus der mittelständisch geprägten Branche habe es noch nie gegeben.

Händler wollen 200000 Autos zusätzlich verkaufen

"In den vergangenen Jahren herrschte in den deutschen Autohäusern eine beängstigende Ruhe, doch jetzt ist wieder was los." Die Branche rechne damit, dass alleine durch die Einführung der Verschrottungsprämie von 2500 Euro in diesem Jahr rund 200000 Autos zusätzlich verkauft werden.

"Im Moment löst sich ein Nachfragestau, wir verzeichnen eine massive Nachfrage", so der ZDK-Sprecher. Vor allem bei Kleinwagen rechnet der Verband mit einer starken Nachfrage. Mittelklassewagen dagegen würden nur am Rande profitieren.

Beim für die Abwrackprämie zuständigen Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) kam es zu einem Anrufer-Ansturm. Bei Anfragen zu Einzelheiten der Neuregelung kommen Verbraucher kaum zu den Fachleuten durch. Nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums gingen am Montag 270000 Anrufe ein. Tags darauf seien es 140000 gewesen. Die Bundesregierung denkt nun darüber nach, die Abwrackprämie auch auf geleaste Fahrzeuge auszuweiten.

Einen Koalitionskrach löste am Donnerstag die Reform der Kfz-Steuer aus. Ein unter großem Druck der Union und des von ihr geführten Wirtschaftsressorts herbeigeführter Kompromiss, der ausgerechnet große Spritschlucker begünstigen würde, geriet bei SPD, Opposition und vor allem Umweltverbänden in die Kritik.

Die SPD und der von ihr gestellte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel wiesen den Vorschlag einer Staatssekretärsrunde aus den Ressorts für Finanzen, Verkehr und Wirtschaft rigoros zurück. Jetzt müsse mit der Union neu verhandelt werden. Red

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