Werbung: Wettbewerbszentrale hält die Aktion für irreführend. Die Garantie gelte gar nicht „lebenslang“. Sie droht nun mit einer Klage.

Rüsselsheim. Vollmundig verspricht Opel-Chef Nick Reilly eine "lebenslange Garantie" für jeden Neuwagen. Damit sollen neue Kunden gewonnen werden. Doch die PR-Aktion droht zum Eigentor zu werden.

Die Wettbewerbszentrale moniert: Die Garantie gilt mitnichten lebenslang, die Werbung führt in die Irre. Bis Freitag soll Opel eine Unterlassungserklärung abgeben, verlangt der Verein, der mit einer Vertragsstrafe von 15000 Euro droht.

Die vollmundige Ankündigung wird nicht eingehalten

Wenn der Hersteller die Kampagne "Die lebenslange Garantie auf Ihren Opel" nicht zügig einstellt, will die Wettbewerbszentrale klagen: "Wir beanstanden eine irreführende Blickfangwerbung, weil entgegen der vollmundigen Ankündigung eine "lebenslange" Garantie tatsächlich nicht von Opel gewährt wird," sagt Reiner Münker von der Wettbewerbszentrale.

Ein "Sternchenhinweis" reicht der Wettbewerbszentrale nicht aus

Bei einer "lebenslangen" Garantie erwarte der Verbraucher, dass die Garantie greift, solange er den Wagen fährt. "Und zwar unabhängig von der Laufleistung des Wagens", betont Münker.

Tatsächlich ist die Laufleistung aber auf 160 000 Kilometer begrenzt, Materialkosten müssen bereits ab 50 000 Kilometern anteilig vom Autobesitzer getragen werden. Das sei in den Augen der Verbraucher definitiv keine "lebenslange" Garantie.

Opel will im Werk Bochum bis Ende 2011 1800 von 5000 Stellen abbauen.

Ein 50-Jähriger mit 24 Jahren Berufserfahrung und 3000 Euro Monatsgehalt kann mit 100 000 Euro Abfindung rechnen.

Für die Höhe gilt die Formel: Lebensalter mal Betriebszugehörigkeit in Jahren mal Monatsgehalt geteilt durch 35. Allerdings ist die Abfindung auf maximal 250 000 Euro begrenzt, angerechnet werden maximal 24Jahre Betriebszugehörigkeit.

Opel bietet betroffenen Mitarbeitern auch einen Wechsel ins Werk Eisenach an. Eisenach ist als einziges deutsches Werk nicht vom Jobabbau betroffen.

Die "Lüge" im Blickfang der Werbung könne nicht durch einen Sternchenhinweis aufs Kleingedruckte "aufgeklärt oder relativiert werden".

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