Rüsselsheim (dpa) - Der Betriebsrat des Autobauers Opel lehnt einen Einstieg des Finanzinvestors RHJ International ab: «RHJ ist ein Finanzinvestor, der Opel so schnell wie möglich wieder an GM verkaufen wird und im Interesse von GM handelt», schreibt der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Franz in einem Brief an die Mitarbeiter.

Mit einer Entscheidung für RHJ werde GM alles beim Alten zu lassen. «Zunächst könnte man sich über die Kredite, für die die Steuerzahler bürgen, etwas Zeit erkaufen.» Aber mit diesem «Weiter so» werde das Unternehmen endgültig scheitern. Der Betriebsrat macht sich weiterhin für eine Übernahme durch den kanadisch- österreichischen Zulieferer Magna stark.

Mit RHJ wolle GM der neuen Opel/Vauxhall keine Möglichkeit geben, eigenständig Entwicklung zu betreiben. Dass sich nichts ändern soll, zeigten auch die personellen Entscheidungen bei General Motors nach der Insolvenz: «Man will mit dem gleichen Management, das für den Niedergang von GM verantwortlich ist, weitermachen», schimpft der Opel-Betriebsrat. Hingegen spreche einiges für Magna.

«Magna hat ein langfristiges industrielles Konzept mit einer Detailplanung für die neue Opel/Vauxhall und plant keinen Rückverkauf an GM», heißt es in dem internen Schreiben. Zudem führe nur Magna Gespräche mit den Arbeitnehmervertretungen über Einschnitte bei der Belegschaft. «Über die konkreten Pläne der anderen Bieter in Bezug auf deren Forderungen an die Beschäftigten wissen wir außer Personalabbauzahlen so gut wie nichts.»

Franz rief die Belegschaft zur Unterstützung von Magna auf: «Stellen wir uns quer, lehnen wir Magna ab und kein anderer Bieter einigt sich mit GM, dann stehen wir in ein paar Monaten wieder vor der Insolvenz.»

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