Vor allem für Optiker und Zahntechniker sind die Aussichten rosig. Schwieriger ist es im Baugewerbe.

Ein Paar lässt sich von einem Optiker beraten.
Ein Paar lässt sich von einem Optiker beraten – in dem Fall sogar in den eigenen vier Wänden. Die Branche verzeichnete 2014 in NRW die größten Zuwächse. Foto: dpa

Ein Paar lässt sich von einem Optiker beraten – in dem Fall sogar in den eigenen vier Wänden. Die Branche verzeichnete 2014 in NRW die größten Zuwächse. Foto: dpa

Ein Paar lässt sich von einem Optiker beraten – in dem Fall sogar in den eigenen vier Wänden. Die Branche verzeichnete 2014 in NRW die größten Zuwächse. Foto: dpa

Düsseldorf. 2014 war ein gutes Jahr für das Handwerk in Nordrhein-Westfalen. 2015 soll ein noch besseres werden. „Wir rechnen mit einem Umsatz-Plus von einem Prozent“, sagt Andreas Ehlert, seit April Präsident des Nordrhein-Westfälischen Handwerkstages, der 188 000 Unternehmen vertritt.

Im Jahr 2014 lag das Plus bei 0,5 Prozent. Insgesamt haben die Betriebe einen Umsatz von 107 Milliarden Euro erwirtschaftet. Im Durchschnitt waren sie zu 80 Prozent ausgelastet. Ehlert rechnet damit, dass 2015 vor allem in Gesundheitsberufen neue Arbeitsplätze entstehen. Augenoptiker, Hörgeräteakustiker, Sanitätshäuser und Dentallabore profitieren von der älter werdenden Gesellschaft und konnten 2014 mit 6,3 Prozent die stärksten Zuwächse erzielen.

Zu den Aufsteigern zählen laut Handwerkstag auch die Elektro- und Informationstechnikbranche – zum einen, weil es zahlreiche Neuentwicklungen gibt, zum anderen weil die Kunden dank einer guten Arbeitsmarktsituation einkaufsfreudig sind.

Düsterer sieht dagegen Ehlerts Prognose für das Bau- und Ausbauhandwerk aus. Im dritten Quartal 2014 erlebte die Branche erstmals seit sieben Jahren einen Umsatzrückgang um 2,4 Prozent. Ehlert kritisiert, dass die Politik nicht genügend Anreize für Hausbesitzer schaffe, ihre Immobilien energetisch zu sanieren.

Einen zentralen Kritikpunkt sehen die Handwerksvertreter im NRW-eigenen Mindestlohn, der im Vergabegesetz festgeschrieben ist. Hintergrund: Wenn die öffentliche Hand hierzulande Aufträge per Ausschreibung vergibt, gilt ein landeseigener Mindestlohn, der zum 1. Januar auf 8,85 Euro angehoben wurde und somit 35 Cent über dem bundesweiten Mindestlohn liegt. „Das macht öffentliche Ausschreibungen so kompliziert, dass sich viele Unternehmen nicht mehr daran beteiligen“, sagt Ehlert.

Diese Möglichkeit haben nicht alle: Viele Betriebe, etwa im Straßenbau, seien stark von diesen Aufträgen abhängig. Insgesamt würden Ausschreibungsprojekte 40 Prozent des Auftragsvolumens im Bau- und Ausbaugewerbe ausmachen. Hauptgeschäftsführer Josef Zipfel sagt: „Das Problem ist nicht die Höhe des Mindestlohns, sondern der völlig unnütze bürokratische Popanz, der dadurch nötig wird.“

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