Industrie und Verbraucher erwarten Aufschwung.

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Die Neigung zu größeren Anschaffungen bei den Verbrauchern soll im Februar steigen.

Die Neigung zu größeren Anschaffungen bei den Verbrauchern soll im Februar steigen.

dpa

Die Neigung zu größeren Anschaffungen bei den Verbrauchern soll im Februar steigen.

Nürnberg/Frankfurt. Deutschlands Wirtschaft hat schon dynamischere Zeiten erlebt: Ende 2012 schrumpfte die Wirtschaftsleistung sogar, und auch die Aussichten sind eher mau. Die Bundesregierung sagt für dieses Jahr nur ein Miniplus von 0,4 Prozent voraus, die deutsche Industrie erwartet trotz eines schwachen Jahresauftakts immerhin 0,8 Prozent Wachstum. Es gebe berechtigte Hoffnung auf eine deutliche wirtschaftliche Belebung, sagt der neue Präsident der Bundesverbandes der deutschen Industrie (BDI) Ulrich Grillo – und reiht sich damit in die wachsende Gruppe der Konjunktur-Optimisten ein.

Rettungsmaßnahmen der EZB im Sommer brachten die Wende

Seit EZB-Präsident Mario Draghi im Sommer erklärte, die Notenbank werde alles tun, um den Euro zu retten, hat sich viel getan. Krisenländer kommen wieder günstiger an Geld, die Banken können große Teile ihrer Notkredite an die EZB zurückzahlen. Die Börsenkurse steigen, und die Sparer vertrauen den Banken in Krisenstaaten wieder mehr Geld an. „Die Euro-Schuldenkrise scheint ihren Schrecken verloren zu haben“, sagt Devisenexperte Ulrich Wortberg von der Helaba.

Selbst Draghi ließ sich Mitte Januar zu bis dato unbekanntem Optimismus hinreißen: „Die dunkelsten Wolken über dem Euroraum haben sich verzogen. Wir können 2013 mit mehr Zuversicht beginnen.“ Der Präsident der Europäischen Zentralbank begründete seine Stimmungsaufhellung mit den Fortschritten, die Regierungen, die EU und die EZB 2012 gemacht hätten.

Es ist noch nicht alles wieder im Lot. Aber das Krisengerede hat sich vorerst in die Hinterzimmer zurückgezogen. Beim Weltwirtschaftsforum in Davos waren eindringlichere Warnungen vor einer Rückkehr der Krise vor allem in geschlossenen Foren zu vernehmen. Dort wurde die lockere Geldpolitik der EZB unverblümt als gewaltiges Risiko bezeichnet.

Gehaltsplus und Jobaussichten sorgen für gutes Konsumklima

Immerhin: Die gute öffentliche Laune der Experten ist ansteckend. Nach einem Stimmungstief sind inzwischen auch die Verbraucher optimistisch (siehe Grafik). Glaubt man dem Nürnberger Marktforschungsinstitut GfK, sehen Haushalte nicht nur die Konjunkturaussichten deutlich rosiger als zuletzt. Auch beim Blick in die eigene Geldbörse hellen sich inzwischen ihre Mienen wieder auf.

Das liegt nach GfK-Erkenntnissen nicht nur an den Lohn- und Gehaltssteigerungen 2012, sondern auch an den weiterhin recht guten Jobaussichten.

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