Ältere gehen wieder früher in Rente - asgt die Bundesagentur für Arbeit.
Ältere gehen wieder früher in Rente - asgt die Bundesagentur für Arbeit.

Ältere gehen wieder früher in Rente - asgt die Bundesagentur für Arbeit.

dpa

Ältere gehen wieder früher in Rente - asgt die Bundesagentur für Arbeit.

Berlin. Das seit dem 1. Juli vergangenen Jahres geltende Gesetz zur abschlagsfreien Rente mit 63 sorgt für deutliche Bremsspuren bei der Beschäftigung älterer Arbeitnehmer. Nach einer unserer Zeitung vorliegenden Datenübersicht der Bundesagentur für Arbeit ist die Beschäftigungsquote der 63jährigen bis Ende 2014 um 8,5 Prozent gesunken.

Die Arbeitsmarktexpertin der Grünen, Brigitte Pothmer, sprach von einem "Nahles-Knick". Mit dem von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) initiierten Gesetz habe sich die positive Entwicklung der letzten Jahre umgekehrt, kritisierte Pothmer gegenüber unserer Zeitung.

Tatsächlich ist die Zahl der Beschäftigten über 63 seit 2009 stetig gestiegen. Nun sorgen offenkundig die Anreize zur Frühverrentung wieder für einen gegenläufigen Trend. Innerhalb der ersten sechs Monate nach Inkrafttreten des Gesetzes ging die Zahl der versicherungspflichtigen Arbeitnehmer im Alter von 63 Jahren von fast 242.000 auf rund 221.000 zurück.

Das entspricht einem Rückgang der Beschäftigungsquote um 8,5 Prozent in dieser Altersgruppe. Auch bei den 64jährigen verringerte sich die Beschäftigungsquote um fast sieben Prozent. In allen anderen Altersjahrgängen von 60 bis 67 ist die Beschäftigungsquote dagegen weiter gestiegen. "Es steht zu befürchten, dass bald wieder nicht einmal jeder fünfte 63jährige in sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung ist", meinte Pothmer.

Mitte 2014 hatte noch fast jeder vierte 63jährige einen entsprechenden Job gehabt. Die Beschäftigungsquote lag damals bei 23,9 Prozent. Ende Dezember waren es nur noch 21,9 Prozent.

Nach einer Untersuchung der BA nutzen vor allem Fachkräfte die Möglichkeit der attraktiven Frühverrentung. Dabei profitierten vor allem Männer und Beschäftigte der öffentlichen Verwaltung, während etwa die viel zitierten Dachdecker eher unterpräsentiert sind. "Absehbar ist, dass sich dieser Aderlass weiter fortsetzt", erklärte Pothmer. "Damit hat Ministerin Nahles der Fachkräftesicherung einen schweren Schlag versetzt".

Leserkommentare (1)


() Registrierte Nutzer