Das schwere Erdbeben und der anschließende Tsunami in Japan sind die Hauptursachen für die Rekordschäden durch Naturkatastrophen in der ersten Hälfte des Jahres 2011.
Das schwere Erdbeben und der anschließende Tsunami in Japan sind die Hauptursachen für die Rekordschäden durch Naturkatastrophen in der ersten Hälfte des Jahres 2011.

Das schwere Erdbeben und der anschließende Tsunami in Japan sind die Hauptursachen für die Rekordschäden durch Naturkatastrophen in der ersten Hälfte des Jahres 2011.

dpa

Das schwere Erdbeben und der anschließende Tsunami in Japan sind die Hauptursachen für die Rekordschäden durch Naturkatastrophen in der ersten Hälfte des Jahres 2011.

München (dpa) - Schon jetzt ist klar: Nie zuvor haben Naturkatastrophen so viele Schäden angerichtet wie im Jahr 2011. In den ersten sechs Monaten des Jahres haben Erdbeben, Überschwemmungen und Wirbelstürme weltweit Sachgüter im Wert von 265 Milliarden US-Dollar zerstört - mehr als im gesamten Jahr 2010.

Die ungewöhnliche Häufung mache 2011 bereits jetzt zum schadenträchtigsten Jahr aller Zeiten, teilte die Rückversicherung Munich Re am Dienstag in München mit. Dass die Schadensumme in diesem Jahr mehr als fünfmal so hoch ist wie im Durchschnitt der ersten sechs Monate in den vergangenen zehn Jahren, liegt vor allem an der Katastrophe in Japan. Mit einem gesamtwirtschaftlichen Schaden von 210 Milliarden US-Dollar sind das Erdbeben und der Tsunami laut Munich Re die teuersten Naturkatastrophen in der Geschichte.

Damit zerstörten die Naturgewalten dabei beinahe so viele Sachwerte wie sämtliche Erdbeben, Wirbelstürme und Überschwemmungen 2005 zusammen. Damals, als der Hurrikan Katrina mit tödlicher Zerstörung über die US-Südstaaten fegte, zählten die Versicherer im Gesamtjahr 220 Milliarden US-Dollar Schäden. Allein Katrina schlug mit 125 Milliarden US-Dollar zu Buche und galt bis zu den Ereignissen in Japan als teuerste Naturkatastrophe.

Schaden ist jedoch nicht gleich Versicherungsschaden. Von den bisher registrierten wirtschaftlichen Schäden gelten lediglich 60 Milliarden US-Dollar, also weniger als ein Viertel, als versicherte Schäden. Die Schadenlast für die Versicherungswirtschaft in Japan schätzt Munich Re auf rund 30 Milliarden US-Dollar - nur ein Siebtel der entstandenen Schäden. Dies liegt unter anderem daran, dass die durch die Reaktorkatastrophe in Fukushima verursachten Schäden nicht versichert sind.

Ebenfalls schwere Schäden verursachten in diesem Jahr die Erdbeben und Überschwemmungen in Australien und Neuseeland sowie die Tornados in den Südstaaten und im Mittleren Westen der USA. Die Zahl der bis Ende Juni gezählten Tornados lag mit rund 1600 nahezu auf Rekordniveau. Nur 2008 waren es noch mehr.

Für das zweite Halbjahr erwartet Munich Re keine Entspannung. Im Gegenteil. Üblicherweise fallen nämlich in der ersten Jahreshälfte geringere Schäden an als in der zweiten, wenn häufig Hurrikane im Nordatlantik und Taifune im Nordwest-Pazifik wüten. Für die nächsten Jahre rechnen die Münchner Rückversicherer zudem damit, dass es aufgrund der Beben im März zu einem schweren Erdbeben östlich von Tokio unter dem Meer oder einem mittelschweren direkt unter der japanischen Hauptstadt kommt.

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