Smart Home, individuelle Lichtkonzepte und viel Gemütlichkeit: Am Montag startet in Köln die weltgrößte Möbelmesse.

Smart Home, individuelle Lichtkonzepte und viel Gemütlichkeit: Am Montag startet in Köln die weltgrößte Möbelmesse.
Hauptsache kuschelig: In den eigenen vier Wänden mögen es die Bundesbürger gemütlich.

Hauptsache kuschelig: In den eigenen vier Wänden mögen es die Bundesbürger gemütlich.

dpa

Hauptsache kuschelig: In den eigenen vier Wänden mögen es die Bundesbürger gemütlich.

Köln. Smart Home ist ein Begriff, der einen der wichtigsten Trends für das Zuhause der Zukunft markiert. Damit sind Komponenten gemeint, die mit dem Smartphone kommunizieren. Das reicht von der intelligenten Lichtsteuerung über die Klimatisierung des Hauses bis zur Sicherung der Wohnung. Themen sind hier Ressourcenschonung genauso wie das Leben in einer überalterten Gesellschaft. Auf der Internationalen Möbelmesse (IMM) in Köln, die ab Montag ihre Pforten für die Fachbesucher und ab dem 19. Januar für alle öffnet, ist Smart Home eines der zentralen Themen.

Rund 1200 Unternehmen aus 50 Ländern präsentieren in den Messehallen die neuesten Trends in Sachen Wohnen. Dazu gehört auch die Gegenwelt zur kühlen digitalen Zukunft. Gerade in Zeiten zunehmender Unsicherheit in der Welt neigen Menschen zur Gemütlichkeit in den eigenen vier Wänden. So ist der Absatz von Kerzen und Kerzenständen im Vorjahr deutlich angestiegen. Auch Klassiker wie Filterkaffee, Vinylschallplatten oder Stricken und Häkeln erleben eine Renaissance. Entsprechend wird auch die Wohnung zum bequemen Nest, in dem man sich von digitalen Stress erholen kann.

Gleichzeitig wird mehr Wert auf Individualität bei der Einrichtung gelegt. Dazu gehört, dass ein Sofa in vielen Variationen angeboten wird. Über die virtuelle Realität kann man sich online oder beim Handel per Computer die neuen Möbel ins eigene Wohnzimmer holen und so entscheiden, was zum eigenen Stil passt.

Trotz guter Wirtschaftslage halten sich die Käufer zurück

Trotz der insgesamt glänzenden Wirtschaftslage halten sich die Verbraucher beim Möbelkauf allerdings zurück. 2017 konnten die Händler beim Umsatz nur um 0,5 Prozent auf 33,6 Milliarden Euro zulegen. Die deutsche Möbelindustrie behauptete mit knapp 18 Milliarden Euro lediglich den Umsatz des Vorjahres. Mit einem Anteil von 65 Prozent stammen fast zwei von drei Möbeln im deutschen Handel aus dem Ausland, vor allem aus China und Tschechien.

Durch den Vormarsch der Handelketten nimmt die Konzentration in der Branche zu. Die zehn größten Anbieter verfügen schon über einen Marktanteil von mehr als 50 Prozent. Rund ein Viertel der gesamten Verkaufsfläche von gut 23 Millionen Quadratmetern entfällt bereits auf riesige Möbelhäuser mit mehr als 25 000 Quadratmetern Verkaufsfläche.

Eine immer zentralere Rolle nimmt nach Angaben der Hersteller das Thema Licht ein. Leuchten setzten ein Statement, stehen für ein Lebensgefühl, sind dekoratives Stilelement, mit dem das Zuhause wohnlich eingerichtet und individuell gestaltet wird. Darüber hinaus setzen auch die Technologien im „Smart Home“ einen Schwerpunkt bei der Lichtplanung. Intelligente Lichtsteuerung, die ein ausgewogenes Ambiente kreiert und gleichzeitig nachhaltig Ressourcen schont – das sind Aspekte, die Verbraucher immer mehr beschäftigen. Im Trend liegen auch tragbare LED-Lampen und in Möbel integrierte LEDs.

Einfluss auf das Wohnen hat der immer höher steigende Mietpreis, der Menschen dazu bringt, in immer kleineren Wohnungen zu leben. Für solche Mikro-Apartments werden auf der Messe neue multifunktionale Lösungen angeboten. Ein weiteres Stichwort ist die Neo-Ökologie – beim sogenannten Slow Living analog zur Slow-Food-Bewegung. Das heißt, dass Menschen immer mehr Wert auf die Herkunft ihrer Möbel und deren Material legen. Das zeigt sich auch darin, dass Massivholz weiter im Trend liegt.

Einen neuen Stellenwert bekommt das Badezimmer, das sich vom Hygieneraum zur Wohlfühloase wandelt. Dazu zählen natürliche Bodenbeläge wie Holz oder echter Marmor sowie stylische Badewannen mit Stoffbezügen an den Außenwänden. „Die Badewanne konkurriert jetzt direkt mit dem Sofa“, sagt Trendexpertin Ursula Geismann.

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