Aktienmarkt: Der Rad-Hersteller Derby Cycle wagt sich in diesem Jahr als Erster aufs Parkett.

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Finanzvorstand Uwe Bögershausen (l.) und Vorstandschef Mathias Seidler wollen an die Börse.

Finanzvorstand Uwe Bögershausen (l.) und Vorstandschef Mathias Seidler wollen an die Börse.

dpa

Finanzvorstand Uwe Bögershausen (l.) und Vorstandschef Mathias Seidler wollen an die Börse.

Cloppenburg. Fahrradfahren ist in. Sei es zum gemütlichen Bummel über Land mit der Familie, sei es sportlich im Gelände oder für den Weg zur Arbeit: Radeln bewegt Menschen. Der Fahrradhersteller Derby Cycle will den Trend nutzen: Der Börsengang ist für den 4. Februar geplant – das Unternehmen will laut Finanzchef Uwe Bögershausen mit den Einnahmen sein internationales Wachstum finanzieren und sein Geschäft mit elektrischen Rädern ausbauen. Ganz nebenbei ist Derby Cycle auch der erste Börsengang dieses Jahres.

Die Ursprünge von Derby Cycle gehen zurück auf die Zeit kurz nach dem ersten Weltkrieg. Der erst 16 Jahre alte Landbriefträger Heinrich Kalkhoff begann 1919 im Haus seiner Eltern mit Fahrradreifen zu handeln. Heute bietet Derby Räder unter den Marken Focus, Kalkhoff, Raleigh, Univega und Rixe an.

Wachstumschancen sieht das Unternehmen mit E-Bikes

Vorstandschef Mathias Seidler: „E-Bikes werden die dominierende Fahrrad-Kategorie in Deutschland werden.“ Elektronische Räder bescheren seiner Einschätzung nach auch dem Fachhandel einen Umsatzschub. „Diese Räder sind komplexer als andere. Da will der Kunde mehr Beratung und Service“.

Der Absatz der E-Bikes habe sich kontinuierlich nach oben entwickelt, sagt Stephan Schreyer, Sprecher des Zweirad-Industrie-Verbandes: Für 2010 erwarteten die Hersteller in Deutschland einen Absatz von 200 000 solcher Räder. 2007 waren es noch 70 000. „Mit einem E-Bike sind Leute unterwegs, die vorher kein Fahrrad gefahren wären“, erläutert er. Etwa ältere Personen, die sich nicht mehr auf ein herkömmliches Rad trauen. „Auch im innerstädtischen Verkehr ist das Rad eine Alternative“, sagt Schreyer. Im Anzug zur Arbeit radeln, ohne verschwitzt zu sein – das E-Fahrrad macht es möglich.

Gemessen am Umsatz ist Derby Cycle Marktführer in Deutschland

44 000 von 430 000 Rädern, die Derby Cycle im vergangenen Geschäftsjahr (2009/2010) absetzte, waren E-Bikes. Der Umsatz lag bei 173 Millionen Euro. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) betrug gut zwölf Millionen, der Überschuss 7,5 Millionen Euro. Gemessen am Umsatz ist das Unternehmen eigenen Angaben zufolge Marktführer in Deutschland. 551 Mitarbeiter arbeiten bei Derby Cycle.

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