BP Rosneft
BP-Chef Bob Dudley (r) mit Rosneft-Präsidenten Eduard Khudainatow (l): Für BP bedeutet das Scheitern des Deals einen herben Rückschlag.

BP-Chef Bob Dudley (r) mit Rosneft-Präsidenten Eduard Khudainatow (l): Für BP bedeutet das Scheitern des Deals einen herben Rückschlag.

dpa

BP-Chef Bob Dudley (r) mit Rosneft-Präsidenten Eduard Khudainatow (l): Für BP bedeutet das Scheitern des Deals einen herben Rückschlag.

Moskau/London (dpa) - Der geplante Milliardendeal um Ölförderung im russischen Nordpolarmeer zwischen dem Londoner Energieriesen BP und dem Moskauer Staatsunternehmen Rosneft ist gescheitert.

Es sei nicht gelungen, den Widerstand des russischen Oligarchenkonsortiums AAR gegen die Zusammenarbeit zu brechen, teilte BP am Dienstag mit. Rosneft will nach Angaben der Agentur Interfax nun nach neuen Partnern Ausschau halten.

Das Scheitern gilt als herber Rückschlag für den von der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko gebeutelten BP-Konzern bei der Suche nach neuen Einnahmequellen. Das Unternehmen hatte im vergangenen Jahr Milliardenverluste gemacht.

Die Frist für den Aktientausch zwischen BP und Rosneft im Wert von je acht Milliarden Dollar (rund 5,6 Mrd Euro) war in der Nacht zum Dienstag ausgelaufen und wird nicht erneut verlängert. Zunächst hatte BP angekündigt, weiter mit dem russischen Wunschpartner verhandeln zu wollen.

Rosneft warf dem Oligarchenkonsortium AAR «inakzeptable Bedingungen» vor. AAR, das zur Hälfte an dem russisch-britischen Gemeinschaftsunternehmen TNK-BP beteiligt ist, hatte sich von dem geplanten Deal übergangen gefühlt. BP dürfe nicht ohne Zustimmung von TNK-BP in Russland aktiv werden, argumentierten die Milliardäre Viktor Wekselberg, Michail Fridman, German Khan und Leonard Blavatnik. Seitdem scheiterten mehrere Schlichtungsversuche, unter anderem vor einem Schiedsgericht in Stockholm. Ein Kaufangebot von BP über angeblich 32 Milliarden Dollar für den AAR-Anteil lehnten die Oligarchen ab.

Rosneft und BP hatten den nun gescheiterten Deal im Januar mit ausdrücklicher Billigung des russischen Regierungschefs Wladimir Putin angekündigt. Im Gegenzug für 5 Prozent der BP-Anteile sollte der britische Ölriese 9,5 Prozent der Rosneft-Aktien erhalten. Putins Sprecher Dmitri Peskow beteuerte, die geplatzte Zusammenarbeit bedeute keinen Schaden für das Investitionsklima in Russland.

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