Professor streitet mit Lufthansa über Miles & More.

Das Miles & More-Programm ist zum Streitobjekt geworden.
Das Miles & More-Programm ist zum Streitobjekt geworden.

Das Miles & More-Programm ist zum Streitobjekt geworden.

Jens Büttner

Das Miles & More-Programm ist zum Streitobjekt geworden.

Köln. Er fliegt und fliegt und klagt: Tobias Eggendorfer (35) steigt bis zu 100 Mal im Jahr in ein Flugzeug – bis nach Sydney, Bangkok und Las Vegas führt den Hamburger Informatik-Professor sein Beruf. Dabei sammelte er bei der Lufthansa Bonusmeilen und löste sie für neue Flüge ein – bis der Konzern seine Geschäftsbedingungen änderte. Auf einen Schlag entwertete sich Eggendorfers Konto um 30 Prozent. Für die gesammelten Meilen bekam er weniger Prämien-Flüge. Nun hat er die Fluggesellschaft verklagt.

„Da können sie mir auch eine Flasche Sekt schicken“

„Ich kann nicht nachvollziehen, wie man einen potenziellen Kunden, der Geld im Laden lässt, verjagt“, sagt Eggendorfer. Mehrere Briefwechsel, auch mit Lufthansa-Chef Christoph Franz persönlich, waren erfolglos. Besonders ärgert ihn: Die Änderungen für das Bonus-Programm seien nur versteckt im Internetauftritt publiziert worden. Sollte er bei der Verhandlung mit einem Streitwert von 20 000 Euro scheitern, will er bis vor den Bundesgerichtshof ziehen.

Die Lufthansa hält dagegen. Sprecher Andreas Bartels sagt, man habe die erste Preiserhöhung der Meilengegenwerte seit sieben Jahren rechtzeitig und auf allen Kanälen kommuniziert.

Das Angebot der Lufthansa-Vertreter, 45 000 Meilen als Wiedergutmachung zu zahlen, empört den Informatiker. Er fordert 500 000 Meilen als Ausgleich. Ein Hin- und Rückflug der Business-Klasse in die USA kostete ursprünglich 90 000 Meilen, seit der Änderung 105 000 Meilen. „Da können sie mir auch eine Flasche Sekt schicken.“

Viele Lufthansa-Kunden seien empört und hätten sich hinter ihn gestellt, sagt Eggendorfer: „Sogar 20 Mitglieder des ’Hon Circle’, der exklusivsten Vielflieger-Gemeinschaft bei Lufthansa, haben mir die Daumen gedrückt.

Statusmeilen können nur für gekaufte und abgeflogene Flugtickets erworben werden. Damit erhalten Kunden bestimmte Vorzüge wie den Zugang zu Lounges.

Prämienmeilen können bei Partnern wie Hotels oder Mietwagenfirmen erworben werden. Sie können für Upgrades, Prämienflüge oder in Sachprämien eingelöst werden.

„Das schlägt in der Gemeinde der Vielflieger Wellen“, sagt der Anwalt einer Münchner Kanzlei, auf dessen Schreibtisch die ersten Mandate von Lufthansa-Kunden liegen. Er vermuten eine Klagewelle von 1000 Mandanten im Frühjahr. Zunächst wolle man aber den Musterprozess abwarten.

Der Streit steuert auf eine Grundsatzentscheidung zu

Sollte Eggendorfer ein Grundsatzurteil erstreiten, könnte die Lufthansa viele ihrer treuesten Kunden verlieren. 198 Milliarden Meilen hatten die Vielflieger bis Ende 2010 erflogen. Eine Entscheidung in Köln ist für den 2. März angesetzt.

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