Nach schwachen Jahren hofft die Wassersportindustrie auf Erholung. Die Messe in Düsseldorf soll den ersten Schub geben.

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Die Messe ist zur boot 2012 ausgebucht.

Die Messe ist zur boot 2012 ausgebucht.

Nanninga

Die Messe ist zur boot 2012 ausgebucht.

Düsseldorf. Mit einer Mischung aus Bangen und Hoffen schaut die Wassersportwirtschaft auf die größte Fachmesse ihrer Art in Deutschland, auf die boot in Düsseldorf vom 21. bis 29. Januar.

Nach starken Umsatzeinbrüchen 2008 und 2009 verzeichnete die maritime Branche in Deutschland in den vergangenen beiden Jahren wieder wachsende Umsätze und liegt aktuell (1. Halbjahr 2011) bei 1,77 Milliarden Euro.

Jürgen Tracht, Geschäftsführer des Bundesverbandes Wassersportwirtschaft, sagte am Donnerstag in Düsseldorf: „2011 gab es einen tollen Start ins Jahr mit der boot, aber im 2. Halbjahr war die Entwicklung enttäuschend.“

Die Produktion der rund 200 deutschen Bootshersteller liegt nach Berechnungen des Verbandes derzeit bei rund 65 Prozent des Niveaus aus Vorkrisenzeiten. Für die kommenden zwei bis drei Jahre erwarteten gut ein Drittel der Unternehmen jedoch weitere Zuwächse. Und deswegen sind sie auch bei der boot vertreten. Tracht: „Hier trifft man qualifizierte Besucher, und die boot macht so viel für junge Leute wie keine andere Bootsmesse.“

Die Demografie spielt eine große Rolle für die Boots-Branche: „Früher wurden 3,5 Prozent jedes Jahrgangs einmal Bootseigner, jetzt ist es ein Prozent. Das wird noch ein Problem für uns “, sagte Jürgen Tracht.

Rund 1600 Aussteller werden zur Boots-Messe erwartet

Die boot 2012 läuft von Samstag, 21., bis Sonntag, 29. Januar, auf dem Düsseldorfer Messegelände. Sie ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Eine Tageskarte für Erwachsene kostet 16 Euro an der Tageskasse, als E-Ticket 14 Euro. Jede Karte berechtigt zur kostenlosen Nutzung des ÖPNV im Großraum Düsseldorf.

Messe-Chef Werner Dornscheidt sieht mit Zuversicht auf die Ausstellung: Mit mehr als 1600 Ausstellern (darunter 670 aus dem Ausland) ist ein leichter Anstieg der Beteiligung (plus drei Prozent) zu verzeichnen, die 17 Messehallen sind komplett belegt.

Dornscheidt: „Die boot Düsseldorf als zentraler europäischer Marktplatz ist und bleibt für die Branche erste Wahl.“ Dafür spricht, dass etwa bedeutende internationale Aussteller wie Azimut, Ferretti und Drettmann wieder mit Yachten vor Ort vertreten sind – im vergangenen Jahr konnten sie sich nur Informationsstände leisten. Besonders setze die Boots-Branche auf die erwarteten 50 000 internationalen Besucher der Messe.

Mit ihren 16 Erlebnis- und Themenwelten hat sich die Messe stark auf die Jugend eingestellt: Hier können Wassersportarten in der Halle ausprobiert werden, was junge Menschen und Familien anlockt. Deshalb wird das Angebot noch ausgebaut: In der „World of Paddling“ etwa schlängelt sich ein 90 Meter langer Fluss durchs Gelände. Die Kanu-Teststrecke ist für Anfänger und Könner ganztägig geöffnet.

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