Miles & More Kreditkarte der Lufthansa
Miles & More Kreditkarte der Lufthansa - Viele Fluggesellschaften bieten Bonusprogramme. Foto: Jens Büttner

Miles & More Kreditkarte der Lufthansa - Viele Fluggesellschaften bieten Bonusprogramme. Foto: Jens Büttner

dpa

Miles & More Kreditkarte der Lufthansa - Viele Fluggesellschaften bieten Bonusprogramme. Foto: Jens Büttner

Köln (dpa) - Ein Vielflieger ist gegen die Lufthansa vor Gericht gezogen, weil sie seiner Meinung nach rechtswidrig sein Konto beim Bonusprogramm «Miles and More» entwertet hat.

Die Fluggesellschaft hatte zum Jahresbeginn 2011 die Geschäftsbedingungen geändert und damit allgemein die Prämien für gesammelte Meilen gesenkt. Auf einen Schlag hatte sich dadurch das Konto des Hamburger IT-Professors Tobias Eggendorfer nach eigenen Angaben um rund 30 Prozent entwertet. «Ich kann nicht nachvollziehen, wie man einen potenziellen Kunden, der Geld im Laden lässt, verjagt», sagte Eggendorfer am Freitag. Für einen Hin- und Rückflug der Business-Klasse in die USA verlangt die Lufthansa beispielsweise 15 000 Meilen mehr als zuvor.

Auf eine Entschädigung konnten sich die beiden Parteien beim Prozessbeginn am Montag vor dem Kölner Landgericht nicht einigen. Im Vorfeld des Verfahrens mit einem Streitwert von 20 000 Euro hatte die Lufthansa angeboten, Eggendorfers «Miles and More»-Konto 45 000 Prämienmeilen als Entschädigung gutzuschreiben. Dieser fühlte sich beleidigt. «Das jetzige Angebot ist eine Unverschämtheit», sagte Eggendorfer. «Da können sie mir auch eine Flasche Sekt schicken», sagte der Informatiker nach dem Verhandlungstermin. Seine Anwälte fordern 500 000 Meilen als Wiedergutmachung. Eine Entscheidung wird beim nächsten Verhandlungstermin am 2. März erwartet.

Die Fluggesellschaft wollte am Freitag zum Verfahren keine Stellung nehmen. «Zu laufenden Prozessen äußern wir uns grundsätzlich nicht», sagte ein Unternehmenssprecher. Man sei aber der Auffassung, die Änderungen rechtzeitig angekündigt zu haben. «Unsere Rechtsauffassung ist, dass wir unserer Kommunikationspflicht nachgekommen sind», sagte der Sprecher. Auf der Homepage des Bonusprogramms, im Vielflieger-Magazin und im Newsletter habe man die Kunden informiert. Eggendorfer hält dagegen: Der Hinweis sei im Internet nur versteckt und im Kundenmagazin sogar zu spät publiziert worden.

Viele Lufthansa-Kunden sind empört und haben sich hinter Eggendorfer gestellt. «Erschreckend viele haben mich per Mail kontaktiert und mir für den Prozess alles Gute gewünscht», sagt der 35-Jährige. Vielflieger erwarten das Urteil mit Spannung. «Das schlägt in der Gemeinde der Vielflieger enorme Wellen», sagte der Anwalt einer Münchner Kanzlei, der am Freitag als Beobachter am Kölner Gericht erschienen war. Bis zum April rechnet seine Kanzlei mit rund 1000 Mandaten von Lufthansa-Kunden, die zu einer Sammelklage gegen die Fluggesellschaft zusammengefasst werden könnten.

Bis Ende 2010 haben sich die rund 20 Millionen Kunden des Bonusprogramms nach Angaben der Lufthansa 198 Milliarden Meilen erflogen. Gegenwert seien heute 1,88 Millionen Business-Tickets in die USA nach zuvor 2,2 Millionen, hatte die «Financial Times Deutschland» errechnet. Bei einem Ticketpreis von 3000 Euro ergibt sich daraus eine Differenz von 960 Millionen Euro.

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