Die Piloten wollen für vier Tage die Arbeit niederlegen. Der Konzern bereitet Notfallpläne vor.

Frankfurt/Düsseldorf. Ein massiver Pilotenstreik droht ab Montag den Flugverkehr der Deutschen Lufthansa lahmzulegen. Die Pilotenvereinigung Cockpit kündigte einen flächendeckenden Arbeitskampf an, zu dem mehr als 4000 Piloten aufgerufen sind.

Betroffen sind Flüge der Lufthansa, der Lufthansa Cargo und von Germanwings. Die Streiks sollen am Montag um 0 Uhr beginnen und bis Donnerstag um eine Minute vor Mitternacht dauern.

Der Konzern bereitet Notfallpläne vor. Den Kunden werden beispielsweise Umbuchungen angeboten. Inlandsflüge sollen vor allem auf die Bahn verlagert werden. Die Lufthansa bezeichnete den Streikaufruf als "unverhältnismäßig". Ein Streik schade dem Konzern, seinen Kunden und Mitarbeitern in hohem Maße. Allein die Streikdrohung habe bereits zu einem Rückgang der Buchungen geführt, hieß es.

Bei der Urabstimmung hatten 94 Prozent für den Streik gestimmt. Im Kern geht es der Gewerkschaft um die Sicherung der Arbeitsplätze deutscher Piloten. Cockpit fürchtet, Jobs könnten verloren gehen, weil die Lufthansa künftig mehr Strecken von Auslandstöchtern bedienen lässt, bei denen das Lohnniveau für den Konzern günstiger ist.

Zu den Auslandstöchtern zählen Swiss, Austrian Airlines und British Midland. Im Gegenzug für eine Zusicherung zum Erhalt der deutschen Jobs seien die Piloten zu Zugeständnissen bei den Gehaltsforderungen bis hin zu einer Nullrunde bereit. Die Lufthansa lehnt die Forderungen ab und rief Cockpit auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

Einem der härtesten Streiks war die Lufthansa im Frühjahr 2001 ausgesetzt. Von den Arbeitsniederlegungen der Piloten waren damals mehr als 200.000 Passagiere betroffen. Die Lufthansa musste Hunderte Flüge streichen, was die Airline 75 Millionen Euro kostete.

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