Sinkender Garantiezins würde das Produkt noch unattraktiver machen. Doch die Versicherer sind selbst in Nöten.

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Der Garantiezins bei Kapitallebensversicherungen ist in den vergangenen Jahren stark gesunken.

Der Garantiezins bei Kapitallebensversicherungen ist in den vergangenen Jahren stark gesunken.

dpa

Der Garantiezins bei Kapitallebensversicherungen ist in den vergangenen Jahren stark gesunken.

Frankfurt. Lebensversicherungen sind ein Klassiker der Altersvorsorge. Seit geraumer Zeit reißen die schlechten Nachrichten jedoch nicht ab:

Die Assekuranzen sind wegen der Niedrigzinsen in der Bredouille und kürzen die Gewinnbeteiligung.

Nun empfehlen Versicherungsmathematiker auch noch, den Garantiezins für Neuverträge ab 2015 von derzeit 1,75 auf 1,25 Prozent zu senken. Ob es so kommt, entscheidet das Bundesfinanzministerium. Der Zeitpunkt steht noch nicht fest.

Was bedeutet die Empfehlung für Verbraucher?

Spätestens wenn Verwaltungs- und Abschlusskosten berücksichtigt werden, würde die Garantie bei neuen Verträgen nach derzeitigem Stand die Inflation nicht mehr ausgleichen. „Die Garantieleistung würde mit einem garantierten Wertverlust einhergehen“, sagt Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.

Der Garantiezins ist allerdings nur eine Komponente. Hinzu kommen die Überschussbeteiligung, der Schlussüberschuss und die Beteiligung an den Bewertungsreserven, die der Versicherer bei Beendigung der Verträge auszahlt.

Aus Sicht des Branchenprimus Allianz Leben ist für die Kunden denn auch die Gesamtverzinsung entscheidend. Sie lag laut Ratingagentur Assekurata 2013 für ausgezahlte Verträge bei durchschnittlich 4,65 Prozent.

Wie wird die Höhe des Garantiezinses berechnet?

Die Versicherungsmathematiker der Deutschen Aktuarvereinigung legen für ihre Berechnungen die Rendite von europäischen Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren und einer sehr guten Bonität zugrunde, also zum Beispiel Bundesanleihen. Der Garantiezins darf höchstens 60 Prozent dieses Werts betragen.

Das Problem: Seit Anleger in der Euro-Schuldenkrise in die als sicher geltenden Papiere flüchten und die Europäische Zentralbank im Kampf gegen die Krise die Märkte mit günstigem Geld flutet, ist die Rendite dieser Staatsanleihen kräftig gesunken.

Was ist das Problem der Branche?

Das Geld der Unternehmen steckt vor allem in festverzinslichen Wertpapieren. Jedes Jahr laufen alte, hochverzinste Anleihen aus. Die neuen Papiere werfen wegen der niedrigen Zinsen an den Kapitalmärkten kaum noch etwas ab. Die Unternehmen müssen dennoch die versprochenen hohen Renditen aus Altverträgen erwirtschaften.

Die Versicherer kürzen daher die freiwillige Gewinnbeteiligung. Die Folgen für die Kunden: 2013 sackte die laufende Verzinsung aus Überschussbeteiligung und Garantiezins klar unter die Vier-Prozent-Marke. 2014 haben viele Assekuranzen eine weitere Verringerung der Überschussbeteiligung angekündigt.

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