Die dramatisch steigende Staatsverschuldung in Großbritannien setzt die Währung unter Druck.

Brüssel. Nach dem Euro gerät das britische Pfund an den Devisenmärkten mehr und mehr unter Druck. Die Währung hat in den vergangenen drei Monaten mehr als zehn Prozent an Wert eingebüßt und kostet weniger als 1,50 Dollar. Experten verweisen einerseits auf die Unsicherheit, ob bei den Wahlen entweder Labour oder die Konservativen eine klare Mehrheit erzielen können. Mindestens genauso schwer wiegen dürften derweil die Sorgen wegen des dramatischen Anstiegs der Staatsschulden.

Das Vereinigte Königreich mag zwar von griechischen Verhältnissen noch ein ganzes Stück entfernt sein. Aber mit einem Defizit von mehr als zwölf Prozent gehörte Großbritannien zuletzt zu den größten Schuldenmachern in Europa, was auch daran liegt, dass die Rettungsaktionen am Finanzplatz London gigantische Summen Staatsgeld verschlingen. Der Schuldenberg hat sich seit 2007 fast verdoppelt - so schnell wie in kaum einem anderen EU-Land.

Noch im vorvergangenen Jahr lagen die Briten vorbildlich unter der Maastricht-Schuldengrenze von 60 Prozent ihrer Wirtschaftsleistung. Dieses Jahr dürfte die Marke von 80 Prozent überschritten werden. Gleichzeitig sind die Wachstumsaussichten dürftig. Die EU hat jüngst prognostiziert, dass die britische Wirtschaft im laufenden Jahr wohl nur halb so schnell zulegen dürfte wie die deutsche - und selbst die ist mit 1,2 Prozent nicht gerade in einer Boomphase.

All diese Nachrichten lassen erwarten, dass die Zinsen in Großbritannien noch lange niedrig bleiben werden, was wiederum Investoren eher davon abhält, ihr Geld in Pfund zu investieren.

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