Keitel: "Ich bin sehr dafür, dass wir auch in Europa eine konsequent marktwirtschaftliche Politik betreiben."
Keitel: "Ich bin sehr dafür, dass wir auch in Europa eine konsequent marktwirtschaftliche Politik betreiben."

Keitel: "Ich bin sehr dafür, dass wir auch in Europa eine konsequent marktwirtschaftliche Politik betreiben."

dpa

Keitel: "Ich bin sehr dafür, dass wir auch in Europa eine konsequent marktwirtschaftliche Politik betreiben."

Berlin (dpa) - Deutschland wird nach Einschätzung des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) in der EU über Jahre hinaus eine besonders starke Wettbewerbsposition einnehmen. Die robuste Wirtschaftskraft zeige sich im derzeitigen Wachstumsschub, sagte BDI-Präsident Hans-Peter Keitel der dpa.

Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP), rief dazu auf, mit Optimismus ins Jahr 2011 zu gehen. Auch 2011 könne ein «kräftiges Aufschwungjahr» werden, sagte Brüderle laut einer Mitteilung. «Wenn wir alle mit anpacken, können wir dem Ziel der Vollbeschäftigung wieder ein Stück näher kommen.» Für das vergangenen Jahr sei trotz des harten Winters von einem Rekordwachstum auszugehen: «Wir haben den Weg aus der Krise gefunden.»

Der Abstand zu anderen Ländern vergrößere sich weiter, sagte Keitel. «Deshalb müssen wir die Partnerschaften in Europa wieder auf eine ausgewogenere Grundlage stellen, damit wir nicht in einer singulären Stellung landen, in der wir auf der einen Seite die sind, die alles retten sollen, und auf der anderen Seite die, die ständig an den Pranger gestellt werden, weil wir Primus sind. Ein Klassenprimus wird selten geliebt.»

Der BDI-Chef sagte weiter: «Manchmal muss man wie die Bundesregierung bestimmte Positionen vertreten, auch wenn man sich mit so einer Haltung in Europa nicht beliebt macht. Ich bin sehr dafür, dass wir auch in Europa eine konsequent marktwirtschaftliche Politik betreiben.»

Frankreich werde weiterhin stärker auf eine gemeinsame Steuerung der Finanz-, Wirtschafts- und Haushaltspolitik drängen. «Ich glaube zwar, dass sich eine stärkere Abstimmung nicht vermeiden lässt. Diese ist in einem bestimmten Maß auch erforderlich», räumte Keitel ein. Er machte aber deutlich, dass die Industrie dabei ein zu hohes Maß an direkten Eingriffen vonseiten der Regierungen ablehne.

Deutschland müsse sich auch darüber im Klaren sein, dass es seine Wirtschaftsordnung nicht hundertprozentig anderen Staaten in Europa überstülpen könne. «Diejenigen, die jetzt nach einer stärkeren Integration rufen, träumen davon, dass alle anderen Euro-Staaten dadurch stabiler würden. Das wird nicht der Fall sein. Es gibt in Europa keine Mechanismen, durch die sich alle automatisch zu mehr Stabilität bekennen. Das erleben wir ja gerade», sagte Keitel mit Blick auf die jüngste Kritik des luxemburgischen Regierungschefs Jean-Claude Juncker, der meinte, in Deutschland werde zu simpel gedacht.

«Wir dürfen keine faulen Kompromisse eingehen, die wir nie mehr zurückholen können», warnte Keitel und fügte hinzu: «Ich glaube, dass die Unternehmen mit dem, was die Kanzlerin in Europa macht, durchaus zufrieden sein können.»

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