Die Fabrik wird blockiert. Der flämische Ministerpräsident lotet auf Krisentreffen letzte Chancen aus.

Wut und Verzweiflung standen den Mitarbeitern am Donnerstag ins Gesicht geschrieben.
Wut und Verzweiflung standen den Mitarbeitern am Donnerstag ins Gesicht geschrieben.

Wut und Verzweiflung standen den Mitarbeitern am Donnerstag ins Gesicht geschrieben.

dpa

Wut und Verzweiflung standen den Mitarbeitern am Donnerstag ins Gesicht geschrieben.

Brüssel/Antwerpen. Opel-Chef Nick Reilly gab sich mitfühlend. "Wir sind uns der Tragweite bewusst, die diese Ankündigung für die Beschäftigten in Antwerpen und ihre Familien hat", ließ der Manager mitteilen, als er das Aus für Opel Antwerpen öffentlich machte. Doch die Marktlage lasse ihm keine Wahl.

"Wir haben keine Hoffnung mehr", erklärte der Bandarbeiter Tahir Argu. Nach der Frühschicht war die Belegschaft in Antwerpen über die Entscheidung des Vorstands informiert worden. Wie zermürbend das jahrelange Hoffen und Bangen für einige Beschäftigte gewesen ist, war am Werkstor zu spüren, wo mancher fast erleichtert darüber klang, dass nun eine Entscheidung gefallen ist.

"Jetzt wissen wir endlich, wo wir stehen", meinte die 36-jährige Cindy Vergouwen, die seit 19 Jahren für Opel Antwerpen arbeitet und nun auf eine "gute Abfindung" hofft, um einen neuen Job zu suchen. Ältere Kollegen von ihr machten deutlich, dass sie sich wenig Aussichten machen, wieder Arbeit zu finden. Einige reagierten deshalb wütend und resigniert auf die Entscheidung des Managements. Lange hatten die Arbeitnehmer darauf gehofft, den Zuschlag für den Bau eines kleinen Corsa-Geländewagens zu bekommen.

Kampflos aufgeben wollen die rund zweieinhalbtausend Männer und Frauen aus dem Werk Antwerpen aber nicht. Die Fabrik werde blockiert, kein neuer Wagen rolle mehr heraus, kündigten Gewerkschafter an. So wollen sie Druck machen für die Gespräche mit den Arbeitgebern über Alternativen zur Schließung, die gesetzlich vorgeschrieben sind, und über einen Sozialplan.

Noch Donnerstagabend sollte ein Krisentreffen beim flämischen Ministerpräsidenten Kris Peeters letzte Chancen ausloten. Darüber hinaus bauen sie in Antwerpen auf die Solidarität der Kollegen jenseits der Grenzen.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer